Eisenzeit

Die Eisenzeit datiert von etwa 500 v. Chr. bis 600 n. Chr. Sie ist durch die Verwendung des Eisens als Werkstoff für Waffen, Geräte und Schmuck gekennzeichnet. Das neue Metall setzte sich durch, als die Ausbeutung heimischer Raseneisenerzvorkommen wie z. B. bei Joldelund möglich wurde. In sogenannten Rennfeueröfen wurde das Erz sehr wahrscheinlich in der Nähe der Erzlager auf der Geest verhüttet. Im ersten und zweiten nachchristlichen Jahrhundert waren im Gebiet des heutigen Nordfriesland eine Reihe von Plätzen besiedelt, die günstige Voraussetzungen dafür boten wie etwa Geesthöhen und hochgelegene Flussufer. Hier bildeten sich erste Warften heraus, Wohnhügel, die vor allem aus Siedlungsschutt bestanden, aber auch künstlich erweitert und abgerundet wurden. Grundrisse hier gefundener Häuser ähneln denen des noch heute anzutreffenden utlandfriesischen Hauses. Der verstärkte Holzverbrauch für die Verhüttung führte stellenweise zu einer Lichtung des Waldbestandes. Die agrarisch genutzten Flächen dehnten sich aus, extensiver Getreideanbau laugte den Boden aus, und die Siedlungen mussten fortwährend verlagert werden. Die Häuser jener Epoche waren dreischiffig und besaßen einen getrennten Wohn- und Stallteil. Die Warften Tofting und Elisenhof in Eiderstedt sowie der Siedelplatz Archsum auf Sylt gehören zu den ertragreichsten archäologischen Fundstätten des ländlichen Nordeuropa für diese Epoche. Die Toten wurden in Grabhügeln bestattet, auch Flachgräber sind bekannt. Pferdegeschirr und Reitausstattung als Grabbeigabe belegen die Entdeckung des Pferdes als Reittier. Nur wenige Stellen blieben seit der Vorzeit kontinuierlich besiedelt. Im größten Teil des heutigen Nordfriesland stellte die Forschung eine Fundleere für die Zeit seit der Mitte des fünften Jahrhunderts fest. Erst seit dem frühen Mittelalter fand eine neue Einwanderung statt, zu den ersten Neuankömmlingen gehörten die Friesen.








Nordfriesland-Datenbank.de powered by NordfiiskInstituut.de

Nordfriisk Instituut

Impressum Haftungsausschluss