
Bedeichungsjahr: 1848, Größe: 104 Hektar, Deichlänge: rund 2,9 Kilometer. Im
frühen 19. Jahrhundert beschloss die dänische Regierung, an der Westküste einen
bedeutenden Handels- und Kriegshafen anzulegen. Als geeigneten Standort wurde der alte
Husumer Hafen gewählt. Neben der dringend notwendigen Renovierung der Hafenanlagen
und seiner Zufahrt sah der Plan auch vor, das Vorland vor dem Porrenkoog nördlich der
Husumer Au zu bedeichen und hier ein Dockhafenbecken anzulegen. Nach der Erstellung der
nördlichen Hälfte des Dockkoogdeiches kamen die Arbeiten wegen der schleswig-
holsteinischen Erhebung gegen die dänische Herrschaft ins Stocken. Zwar wurde der
größtenteils über Schlick geführte Deich mit Mitteln der provisorischen Schleswig-
Holsteinischen Regierung grob vollendet, doch dachte das Königreich Dänemark nach
Beendigung des Konflikts nicht weiter an einen Hafenausbau in Husum. Der fertige
Dockkoog, nun als Viehweide genutzt, erwies sich wegen der erheblichen Deichlasten als
kostspielige Angelegenheit, die so manchen Landbesitzer zur Aufgabe veranlasste. Auch die
schwere Sturmflut von 1962 führte wieder an mehreren Stellen zu Deichbrüchen. Deshalb
wurde beim Wiederaufbau der Deich zurückgenommen und die Dockkoogspitze ausgedeicht.
Dort befindet sich heute der Husumer Badestrand.
Goslar Carstens: Der Dockkoog bei Husum. In: JbNfV 18 (1931), S. 44-49.
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