
(fries.: Borigsem, in Borgsum selbst: Boisem) Die Föhrer Gemeinde gehört zum
Amt Föhr-Amrum und liegt mit ihren 350 Einwohnern (2008) auf dem Geestrand etwa in der
Mitte der west-östlichen Ausdehnung der nordfriesischen Insel. Borchsum wurde 1462
erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Heim bei der Burg“, wobei
die Lembecksburg des Ritters Henneke Lembeck gemeint ist. Die Ringwallanlage
entstand vermutlich wie die Archsum- oder Tinnumburg auf Sylt in den Jahrhunderten nach Christi
Geburt und diente nicht endgültig geklärten Zwecken – als Wohn-, Kult- oder Fluchtstätte.
Der Ritter Lembeck soll sich hier im 14. Jahrhundert bei Auseinandersetzungen mit dem
dänischen König verschanzt haben. Einzelfunde und Hinweise auf Gräber belegen eine
Besiedelung und eine landwirtschaftliche Nutzung der Gemarkung bereits in der
Jungsteinzeit, in der Bronzezeit und in der Eisenzeit. Auch heute prägt die
Landwirtschaft das 551 Hektar große Bauerndorf. Daneben gibt es einige Gewerbebetriebe.
Eine wichtige Einnahmequelle ist der Fremdenverkehr, der für rund 40 000 Übernachtungen
im Jahr sorgt. 1991 wurde nach historischem Vorbild die Borgsumer Mühle wieder aufgebaut.
Sie bietet Raum für wechselnde Ausstellungen und Lesungen.
Schleswig-Holstein Topographie, HN 12.01.2002.
Friesische Straßennamen in Borgsum und ihre Bedeutung:
Borigwoi: „Burgweg“; borig = Burg, Ringwall; woi = Weg.
Kuiwoi: „Vogelkojenweg“; kui = Vogelkoje; woi = Weg.
Malnstich: „Mühlenweg“; maln = Mühle; stich = Weg, Fußsteig.
Noorderwai: „Norderweg“; noorder = nördlich; wai = Weg.
Stianbrag: „Steinbrücke“; stian = Stein; brag = Brücke.
Strunwoi: „Strandweg“; strun = Strand; woi = Weg.
Süüderwoi: „Süderweg“; süüder = südlich; woi = Weg.
Taarepswoi: „Dorfweg“; taarep = Dorf; woi = Weg.
Uasterguardem: Flurname, „Oster Hof- oder Gartenland“; uaster = östlich; guard = Garten;
-em = Lokativ.
Uasterjaat: „Oster-Dorfstraße“; uaster = östlich; jaat = Dorfstraße.
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