Möller, Boy Peter

* 15.9.1843 Keitum, † 13.10.1922 Hamburg,


Lehrer und Schulrektor, friesischer Sprachpfleger. Der Sohn eines Drechslermeisters besuchte bei C. P. Hansen in Keitum die Schule und wurde durch ihn stark beeinflusst; sein Büchlein "Meerumrauscht" (Tondern 1879) widmete er seinem früheren Lehrer. Möller war an verschiedenen Schulen tätig und erhielt schließlich die Leitung einer Volksschule in Hamburg. Sein "Übungsbuch zum Unterricht in der deutschen Grammatik" war weit verbreitet. In Büchern und Aufsätzen befasste er sich mit der Vergangenheit und der Sprache der Insel Sylt. Möller war außerordentlich fleißig und sagte von sich selbst, er habe fast alle Freizeit am Schreibtisch verbracht.
Vor allem nach seiner Pensionierung 1908 wandte er sich intensiv der Pflege seiner friesischen Muttersprache, des Sölring, zu. Auf Anregung des Sprachpflegers Andreas Hübbe (1865-1941) verfasste er das 1909 erschienene "Söl'ring Leesbok", das eine Grundlage für die erstmalige Einführung regulären friesischen Unterrichts an den Schulen der Insel bot. Anknüpfend an Jap Peter Hansen (1767-1855), verfeinerte er darin die Rechtschreibung des friesischen Inseldialekts. Die von ihm entwickelten Grundsätze blieben im Wesentlichen bis heute gültig. 1910 gab Möller ein Sylter Liederbuch heraus, viele weitere Erzählungen und Gedichte folgten, außerdem eine Neubearbeitung des "Gidtshals" von Jap P. Hansen. Einen Höhepunkt seines Wirkens bedeutete 1916 die Herausgabe des bisher umfassendsten Wörterbuchs der sylterfriesischen Sprache. Bei allem Einsatz für das Friesische stand er einem übersteigerten "Friesentum" skeptisch gegenüber. So spottete er schon 1879 in einer Humoreske über einen Schiffer von Amrum, der angeblich meinte, die Friesen stammten von den alten Griechen ab, seien schon bei der biblischen Erstürmung Jerichos dabei gewesen und im Bauch des Trojanischen Pferdes nach Amrum gekommen. Zu seinen Ehren wurde in Keitum eine Straße benannt.








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