Carl Emeis

Christian Sophus Johannes Carl Emeis, geboren 1831 bei Flensburg, gestorben 1911 in Flensburg, war Forstmann und Bodenforscher. Er fand heraus, warum die Geest Schleswig-Holsteins zur Heide geworden war, und zeigte, wie man sie wieder bewalden kann. Viele Wälder auf der nordfriesischen Geest gehen auf ihn zurück.

Herkunft

Emeis kam in Kluesries bei Flensburg zur Welt, als Sohn eines Försters, der ab 1837 die Försterei Ahrensbök leitete. Er ergriff denselben Beruf. Das Geburtsdatum wird in der Literatur unterschiedlich angegeben, genannt werden der 3. und der 31. Januar 1831.

Warum die Geest verheidet

Im 19. Jahrhundert war der Norden Schleswig-Holsteins eines der waldärmsten Gebiete Deutschlands. Auf der sandigen Geest zwischen Marsch und Ostküste wuchs vor allem Heide. Emeis untersuchte die Böden in der Segeberger Heide und erkannte den Mechanismus dahinter: Unter der Heide waschen Humussäuren die Nährstoffe aus der oberen Bodenschicht aus und lagern sie tiefer wieder ab. Dort verbacken sie zu einer steinharten Schicht, dem Ortstein, durch die weder Wasser noch Wurzeln dringen. Die Heide verbreitet sich, der Boden verarmt weiter. Emeis war der Erste, der diese Verheidung in einer geschlossenen Theorie erklärte und die Rolle der Humussäuren richtig einschätzte. Anregungen holte er sich auch bei Enrico Dalgas, der zur selben Zeit die jütländischen Heiden aufforstete.

Heidekulturverein und Waldgenossenschaften

Am 20. Dezember 1871 gründete Emeis in Rendsburg den Haide-Cultur-Verein für Schleswig-Holstein, der Vorbild für weitere Landeskulturvereine wurde. Bis 1907 saß er in dessen Vorstand. Wichtig war ihm der Wald der Bauern und kleinen Besitzer: Er regte Waldbauvereine und Forstgenossenschaften an, in denen Landwirte gemeinsam aufforsteten. Am 25. März 1874 entstand im Aukrug der erste Waldverband Schleswig-Holsteins; er verdoppelte die Waldfläche dort bis 1906 fast, von 490 auf 930 Hektar.

Die Emeis-Kultur

Um den Ortstein aufzubrechen, brauchte es tiefe Bodenbearbeitung, lange bevor es Dampfpflüge gab. Für nasse Heideflächen entwickelte Emeis die Rabattenkultur: parallele Gräben, rund einen Meter tief und acht Meter voneinander entfernt, deren Aushub die Dämme dazwischen mit gesundem Boden aus der Tiefe bedeckte. Auf diesen Rabatten wurden die jungen Bäume gepflanzt. In alten Beständen sind die Gräben und Wälle bis heute im Gelände zu erkennen.

Wald für Nordfriesland

Im Auftrag der Provinzialregierung sollte Emeis Nordfriesland bewalden. Bei Süderlügum und Leck kaufte er gezielt zusammenhängende Flächen, deren Aufforstung als Windschutz für die Äcker dahinter dienen sollte. Bis zu seiner Pensionierung 1907 legte er die Provinzialforste in den Kreisen Südtondern, Husum und Rendsburg an, zusammen 2.821 Hektar neuer Wald auf Heide- und Ödland. Mit seinem Sohn Wilhelm, der ihm im Amt folgte, schuf er in Schleswig-Holstein insgesamt rund 17.000 Hektar Wald. Zu diesen Aufforstungen gehört der Langenberger Forst bei Leck.

Emeis starb am 2. März 1911 in seiner Villa Silvana in Flensburg und liegt auf dem Mühlenfriedhof. In Leck erinnert eine Straße an ihn, im Langenberger Forst am alten Ochsenweg und im Forst Iloo bei Neumünster stehen Gedenksteine. Leck selbst ist auf opengeodb.de verzeichnet.

Quellen

  1. Wikipedia: Carl Emeis
  2. Walter Hase: Die Forsten des ehemaligen Provinzialverbandes Schleswig-Holstein und ihr Begründer Forstdirektor Carl Emeis. In: Jahrbuch für die Schleswigsche Geest 24 (1976), S. 102-114
  3. Walter Hase, Hans Siebenbaum: Carl Emeis. In: Biographisches Lexikon für Schleswig-Holstein und Lübeck, Bd. 8, Neumünster, S. 90
  4. Thomas Steensen: Nordfriesland. Menschen von A-Z. Husum 2020, ISBN 978-3-96717-027-6, S. 98