Adolfskoog

Der Adolfskoog ist ein Koog in den Gemeinden Uelvesbüll, Witzwort und Simonsberg im Kreis Nordfriesland, bedeicht im Jahr 1579. Er ist rund 431 Hektar groß, der Deich war bei der Bedeichung etwa 4,2 Kilometer lang.

Ein Deich gegen den stärkeren Strom

Den Namen trägt der Koog nach Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf (1526-1586), der die Bedeichung in Auftrag gab. Anlass war eine Folge früherer Arbeiten: Nachdem der Obbenskoog gewonnen war, blieb zwischen Uelvesbüll und Simonsberg nur noch eine schmale Bucht, in der das Wasser mit mehr Kraft gegen die alten Deiche beider Dörfer drückte. Ein neuer Deich quer vor der Bucht sollte sie entlasten. Gebaut wurde von 1575 bis 1579.

Heute teilen sich drei Gemeinden den Koog: Der Norden gehört zu Simonsberg, der Südwesten zu Uelvesbüll und der Südosten zu Witzwort. Er liegt am Nordrand von Eiderstedt, nur gut einen Kilometer von der Nordsee entfernt.

Der Rote Haubarg

Bekannt ist der Adolfskoog vor allem durch den Roten Haubarg, den wohl berühmtesten Haubarg Eiderstedts. Ein Haubarg ist ein großes Bauernhaus, in dem Wohnung, Stall und Scheune unter einem gewaltigen Dach um einen zentralen Heuraum liegen. Auf der Warft stand schon 1605 ein herzogliches Gebäude mit roten Ziegeln statt Reet. Wann der heutige Bau entstand, ist nicht belegt. Eine Karte von 1679 zeigt ihn aber bereits in seiner jetzigen Form, und unter dem Haus fand man bei der Renovierung in den 1980er Jahren Keller eines älteren Gebäudes.

Der Haubarg ist 17 Meter hoch und hat 99 Fenster. Warum nicht hundert, erklärt eine Sage: Der Teufel habe das Haus in einer Nacht gebaut, doch der Hahn krähte, bevor die letzte Scheibe saß. Heute gehört der Rote Haubarg der Stiftung Nordfriesland. In den früheren Wohnräumen ist ein Restaurant, im übrigen Haus ein Museum zur Landwirtschaft Eiderstedts, das 2024 als Hörspiel-Ausstellung neu eröffnet wurde.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia), die Fläche (Wikipedia) und die Deichlänge (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Der Punkt auf der Karte stammt aus dem Deichverzeichnis des Landes und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Adolfskoog (Archivfassung 2011)
  2. Wikipedia: Adolfskoog
  3. Land Schleswig-Holstein: Anlagen- und Deichverzeichnis (AWGV), Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Wikipedia: Roter Haubarg

Weiterführende Literatur

  • Friedrich Johannsen: Vor 400 Jahren wurde der Adolfs-Koog eingedeicht. In: ZEW 1979, S. 91-93.
  • Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5