Köge in Nordfriesland

Ein Koog ist Marschland, das dem Meer mit einem Deich abgerungen wurde. Zwischen der Eider im Süden und der dänischen Grenze im Norden liegen weit über hundert davon, manche kaum größer als ein Hof, andere mehrere Tausend Hektar weit.

Das Wort kommt aus dem Niederländischen und meinte ursprünglich das hohe Land vor dem Deich. Heute bezeichnet es das eingedeichte Land dahinter. Im Nordfriesischen heißt der Koog kuch oder kuuch, in Dithmarschen sagte man im 15. Jahrhundert koch. Wer die Marsch von der Geest aus betrachtet, sieht die Köge als Treppe: Jeder neue Deich wurde vor den alten gelegt, sobald draußen genug Schlick angewachsen war. Der alte Seedeich blieb als Mitteldeich stehen und ist bis heute die zweite Verteidigungslinie.

Die frühesten Bedeichungen stammen aus dem Hochmittelalter, als die Bauern ihre Äcker mit niedrigen Ringdeichen schützten. Die großen Köge des 17. und 18. Jahrhunderts ließen die Landesherren von Unternehmern bauen, oft Niederländern, die dafür Privilegien bekamen. Der letzte Koog, der zur Besiedlung eingedeicht wurde, ist der Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog von 1954. Spätere Vordeichungen wie der Hauke-Haien-Koog (1958 bis 1960) oder der Beltringharder Koog (1987) dienten dem Küstenschutz, der Entwässerung und dem Naturschutz, neue Höfe entstanden dort nicht mehr.

Neu bearbeitet

Alle Einträge von A bis Z

171 Stichwörter, davon 162 bereits neu geschrieben. Die übrigen folgen nach und nach und erscheinen dann hier als Link.

A

B

C

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M

N

O

P

R

S

T

U

V

W

Zu den Angaben

Bedeichungsjahr, Fläche und Deichlänge erscheinen in den Steckbriefen nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt: das digitale Deichverzeichnis des Landes Schleswig-Holstein (AWGV), der Generalplan Küstenschutz oder die Wikipedia. Die Angaben der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk abgeglichen, Harry Kunz und Albert Panten, Die Köge Nordfrieslands (Bredstedt 1997). Wo Quellen einander widersprechen, steht das im jeweiligen Eintrag.