Hauke-Haien-Koog

Der Hauke-Haien-Koog ist ein Koog zwischen Fahretoft, Ockholm und Schlüttsiel im Kreis Nordfriesland, bedeicht 1958 bis 1960. Er ist rund 1.250 Hektar groß.

Der Hauke-Haien-Koog war der erste Koog an der Westküste, der nicht mehr ganz für Äcker und Höfe gewonnen wurde. Knapp die Hälfte seiner Fläche ist ein großes Speicherbecken, und das gehört heute vor allem den Seevögeln. Seinen Namen hat er vom Deichgrafen Hauke Haien, der Hauptfigur in Theodor Storms Novelle Der Schimmelreiter.

Warum der Koog gebaut wurde

Das Vorland vor dem Fahretofter und dem Ockholmer Koog diente seit 1871 als Schafweide. Hinter dem Deich lag ein anderes Problem: Die Lecker Au und die Soholmer Au entwässerten in dieses Gebiet, und der Bottschlotter See reichte als Auffangbecken nicht aus. Überschwemmungen gehörten zum Alltag. Ein neuer Koog mit einem Speicherbecken für rund sieben Millionen Kubikmeter Wasser sollte das ändern. Das Wasser sammelt sich dort, bis es bei Ebbe ins Meer abfließen kann.

Gebaut wurde der Koog im Rahmen des Programms Nord, mit dem Bund und Land nach dem Krieg die Landwirtschaft und Infrastruktur im Norden Schleswig-Holsteins stärkten. Die Bauleitung hatte das Marschenbauamt Husum. Die 21 neuen Höfe übernahmen Landwirte aus den Nachbargemeinden, Aussiedler aus dem Gebiet der Treene und Vertriebene aus den früheren deutschen Ostgebieten. Rund 500 Hektar werden als Ackerland genutzt.

Vogelschutz und Hafen

Das Speicherbecken ist ein Rastplatz für Zugvögel, vor allem für Enten. Es brüten dort Seeschwalben, Sandregenpfeifer und Säbelschnäbler, beobachtet wurden rund 200 Vogelarten. Seit 1967 betreut der Verein Jordsand das Gebiet, seit 1980 gibt es bei Schlüttsiel ein Informationszentrum. Ein offizielles Naturschutzgebiet ist der Koog nicht, ein Teil gehört aber zum Ramsar-Gebiet Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, einem Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung.

Mit dem Koog entstand auch der Hafen Schlüttsiel. Von dort fahren die Schiffe zu den Halligen. Anders als der alte Hafen Bongsiel ist Schlüttsiel auch bei Niedrigwasser erreichbar.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia) und die Fläche (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Hauke-Haien-Koog (Archivfassung 2011)
  2. Wikipedia: Hauke-Haien-Koog
  3. Land Schleswig-Holstein: Anlagen- und Deichverzeichnis (AWGV), Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Verein Jordsand: Hauke-Haien-Koog
  5. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Hans Otto Meier: Hauke-Haien-Koog 1959-1984, Breklum 1984.
  • Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5