Kleiseerkoog

Friesisch: Kloisiiekuuch

Der Kleiseerkoog ist ein Koog in der Gemeinde Galmsbüll im Kreis Nordfriesland, bedeicht im Jahr 1727. Er ist rund 1.265 Hektar groß.

Ein Wattstrom wird geschlossen

Seinen Namen hat der Koog vom Kleiseer Tief, einem Wattstrom, der hier einst durch die Marsch lief. Um das Land zu gewinnen, musste dieses Tief abgedämmt werden, und das war die eigentliche Aufgabe beim Deichbau: Die Rinne war rund 130 Meter breit und bis zu acht Meter tief. Ein erster Versuch um 1633 scheiterte, die Burchardiflut im Oktober 1634 machte alle Arbeiten zunichte. Fast hundert Jahre später gelang es. In den Jahren 1726 und 1727 wurde der Deich geschlossen, 1977 feierte der Koog sein 250-jähriges Bestehen.

Der Koog gehört zur Bökingharde und liegt fünf bis sieben Kilometer südwestlich von Niebüll, auf halbem Weg nach Dagebüll. Auf der Karte hat er die Form eines Dreiecks, dessen Spitze nach Süden zeigt. Das Land liegt flach, zwischen 0,2 und 1,8 Meter über dem Meeresspiegel.

Rüben aus dem Boot

Mit dem Deich waren die Probleme nicht gelöst. Das Regenwasser konnte aus dem tief liegenden Land kaum abfließen, und große Teile standen vor allem im Herbst unter Wasser. Es kam vor, dass die Bauern ihre Rüben vom Boot aus ernten mussten. Um 1803 lebten im Koog etwa 15 Landwirte, vor allem von Vieh und Korn.

Erst ein Schöpfwerk, gebaut 1952 und 1953, sorgte dafür, dass Teile des Kooges im Winter seltener überflutet wurden. Nach der Flurbereinigung um 1960 konnten die Höfe auf Ackerbau umstellen.

Bis 1974 war der Kleiseerkoog eine eigene Gemeinde. Dann schloss er sich mit dem Christian-Albrechts-Koog und dem Marienkoog zur Gemeinde Galmsbüll zusammen. Heute leben hier knapp 180 Menschen. Nur noch wenige arbeiten hauptberuflich in der Landwirtschaft, dafür wird inzwischen viel Biogas erzeugt. Im Kleiseerkoog starb 1941 der Landschafts- und Tiermaler Hans Peter Feddersen, der in Westerschnatebüll geboren war.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia) und die Fläche (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Kleiseerkoog (Archivfassung 2011)
  2. Wikipedia: Kleiseerkoog
  3. Wikipedia: Hans Peter Feddersen (Maler)
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Heinrich Kraft: Der Kleiseerkoog 1727-1977, Kleiseerkoog 1977.
  • Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5