Moor
Moor ist dauernd nasses Gelände, in dem abgestorbene Pflanzen nicht verwesen, sondern sich als Torf anhäufen.
Voraussetzung für ein Moor ist ein dauernder Wasserüberschuss. Das Wasser verdrängt die Luft aus dem Boden, feuchtigkeitsliebende Pflanzen breiten sich aus, und im Sauerstoffmangel bleibt die abgestorbene Masse liegen. So wächst Torf. Niedermoore werden allein vom Grundwasser gespeist und sind nährstoffreich, Hochmoore leben vom Regenwasser und sind arm an Nährstoffen wie an Arten. Von Sümpfen unterscheiden sich Moore darin, dass sie nie austrocknen.
An der Küste kam das Wasser vom Meer. Mit dem nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels bildeten sich Überschwemmungsmoore, unter dem Einfluss von Salzwasser auch Salztorfe. Diese Salztorfe wurden bereits seit dem 9. Jahrhundert zur Gewinnung von Salz abgebaut. Auf der Geest lagen Hoch- und Niedermoore neben der Heide und bedeckten zusammen mit ihr um 1800 noch rund 70 Prozent der nordfriesischen Geest.
Entwässert und abgetorft
Im 18. Jahrhundert entfielen rund 13 Prozent der Landesfläche Schleswig-Holsteins auf Moorland. In den folgenden zweihundert Jahren verschwanden davon etwa 140.000 Hektar: Sie wurden entwässert oder abgetorft und danach als Grün- und Ackerland genutzt oder aufgeforstet. Deutschlandweit liegt der Verlust an lebenden Mooren über 90 Prozent. Erhalten ist in Nordfriesland nur ein Bruchteil, und mehrere dieser Gebiete stehen inzwischen unter Naturschutz.
An die verschwundenen Moore erinnern Namen. Der Barneckermoorkoog, die Hallig Nordstrandischmoor, der Risummooringer Kornkoog, das Kollunder Moor und das Dragermoor tragen sie im Titel. Wo Moore intakt bleiben, halten sie Kohlenstoff im Boden fest und puffern Niederschläge ab; entwässerte Flächen geben den Kohlenstoff dagegen wieder frei. Aus diesem Grund wird ein Teil der alten Flächen heute wieder vernässt.
Verwandte Einträge
Zu den Angaben
Zur Torfmächtigkeit weichen die Angaben ab: Die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt 20 bis 30 Zentimeter, die Bodenkunde verlangt für einen Moorboden mindestens 30 Zentimeter. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Gisela Mücke: Das Moor neu entdecken, Hannover 1989.