Salzwiese
Salzwiese ist der bewachsene Übergang zwischen Watt und Land, den das Meer regelmäßig überflutet.
Zwischen Watt und Deich liegt ein Streifen, der weder Meer noch festes Land ist. Dort wachsen Pflanzen, die Salz und regelmäßige Überflutung aushalten, im Fachwort Halophyten. Entstehen kann eine Salzwiese nur, wenn die Tide ständig Feinmaterial heranbringt, Strömung und Sturmflut es aber nicht wieder abtragen. Nötig sind außerdem ein flach ansteigender Meeresboden und ein flaches Hinterland, weil kräftige Zuflüsse sonst Sand und Geröll einbringen würden.
Drei Zonen
Die Pflanzendecke ordnet sich nach der Überflutungshäufigkeit. Am tiefsten liegt die Quellerzone, die bei Flut stundenlang unter Wasser steht und nur Queller und Salz-Schlickgras trägt. Darüber beginnt mit dem Andelgrasrasen die Salzwiese im engeren Sinn, etwa 100 bis 200 Mal im Jahr überflutet, mit Strandsode, Stranddreizack und Strandaster. Die Rotschwingelzone erreicht das Salzwasser nur noch 25 bis 50 Mal im Jahr, und die Artenzahl nimmt dort deutlich zu.
Salzwiesen an der nordfriesischen Küste
Viele Flächen vor den Deichen des Festlands und vor den Marschinseln haben eine Vorgeschichte als Landgewinnung. Solche Vorland-Salzwiesen sind artenärmer als die Sandsalzwiesen, die sich im Schutz von Dünen und Sandbänken bilden und oft nur eine dünne Schlickschicht über Sand tragen. An der Nordseeküste kommen insgesamt rund 46.000 Hektar Salzwiese zusammen, davon etwa 10.000 Hektar in Schleswig-Holstein. Der Landteil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer besteht zum größten Teil aus solchen Wiesen.
Durchzogen werden die Flächen von Prielen, über die das Wasser zu- und abläuft. Ihre heutige Gestalt bekamen sie erst in den letzten 6.000 Jahren, als der steigende Meeresspiegel die Moore hinter den alten Strandwällen überflutete und mit Sediment bedeckte. Charakteristische Arten sind Strandflieder, Strandwermut, Strandaster und Portulak-Keilmelde.
Zu den Angaben
Eine Archivfassung der alten Seite gibt es nicht, die Angaben folgen dem Wikipedia-Artikel. Die Flächenzahlen beziehen sich auf die Nordseeküste insgesamt beziehungsweise auf ganz Schleswig-Holstein, nicht auf Nordfriesland allein. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.