Alkoven
Alkoven ist eine Bettnische, die sich über eine große Wandöffnung zum Wohnraum hin öffnet und selbst kein Fenster hat.
Über Spanien kam die Bauform aus dem arabischen Wohnhaus nach Europa; ab der Mitte des 17. Jahrhunderts war sie fast überall auf dem Kontinent verbreitet. In norddeutschen Bauernhäusern wurde daraus ein Schrankbett. Eingebaut war es meist zwischen der Stube, dem Dörns, und der Küche, oder in der Querdiele, also dort, wo Wohnteil und Wirtschaftsteil aneinanderstoßen. Der geschlossene Kasten hielt die Wärme besser als ein freistehendes Bett und gab den Schlafenden etwas Abgeschiedenheit.
Bequem war die Lösung nicht. Viele Alkoven sind nur etwa 1,60 Meter lang, weil darin sitzend geschlafen wurde. Hygienisch waren sie bedenklich: Das Stroh wurde selten gewechselt, Luft kam kaum hinein, und in Bauernhäusern lagerten unter den Betten oft Lebensmittel. Zur Bekämpfung der Tuberkulose schritt die Baupolizei in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts gegen sie ein. Im Freistaat Oldenburg gab es 1926 von den Krankenkassen 100 Reichsmark für jeden Alkoven, der herauskam.
Verschwunden sind sie damit nicht sofort. In Norddeutschland wurden Alkoven noch bis um 1950 benutzt, vor allem dort, wo das Geld für einen eigenen Schlafraum fehlte. Wie ein solches Haus im Inneren aufgeteilt war, steht beim utlandfriesischen Haus. Im Fahrzeugbau lebt das Wort bis heute weiter: Die Schlafnische über dem Führerstand eines Wohnmobils heißt ebenfalls Alkoven.
Zu den Angaben
Eine Archivfassung des Eintrags aus der früheren Nordfriesland-Datenbank ist nicht erhalten. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.