Bilegger
Bilegger ist ein Ofen, der von der Küche aus beheizt wurde und in die Stube hinein wärmte.
Aufgestellt wurde der Ofen an der Wand zwischen Küche und Wohnraum, also zwischen der Feuerstelle und der Dörns oder dem Pesel. Er ist praktisch die Rückseite eines Zimmerofens, den man von der Küche aus befeuerte, sodass der Rauch durch den Küchenschornstein abzog und die Stube rauchfrei blieb. Gebrannt wurde, was zu haben war: Strandholz, Torf, auch getrockneter Kuhdung. Im utlandfriesischen Haus war er damit die Wärmequelle des Wohnteils.
Die Ofenplatte zur Stube hin trug meist Reliefs mit biblischen Szenen, überliefert sind Sündenfall, Auferstehung und Verdammnis auf den drei Seiten. Abschraubbare Messingknöpfe, die Tubben, dienten als Handwärmer, und eine Messingglocke, der Stulp, hielt Essen warm. Vom 17. Jahrhundert an mauerte man die Öfen nicht mehr, sondern goss sie und stellte sie auf geschmiedete Ständer. Geliefert wurden sie zunächst aus dem Siegerland oder dem Harz. Seit 1827, mit der Carlshütte in Rendsburg, entstanden sie auch in der Region selbst.
Zu den Angaben
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