Pesel
Pesel ist die gute Stube im Bauernhaus der Westküste, aufwendig ausgestattet und nur zu besonderen Anlässen benutzt.
Das Wort bezeichnete einen Raum, der dem Aufenthalt der Frauen vorbehalten war. Charles du Cange leitete es von pensum ab und dachte dabei an die Spinnstube. Wilhelm Wackernagel folgte dieser Herleitung, verwies aber zusätzlich auf das französische poêle für Ofen und Stube, woraus ein heizbares Frauengemach wurde. Diese Deutung wirkte lange nach, sodass Sprachforscher Pesel mit geheiztem Raum gleichsetzten. Otto Lauffer hielt dagegen, dass die Räume im niederdeutschen Haus meist gar keine Heizvorrichtung besaßen.
Der Platz im Haus
Im Utlandfriesischen Haus und im Haubarg ist der Pesel die gute Stube. Für den Alltag diente daneben die Dönse, die sich mit einem Bilegger beheizen ließ. Der ungeheizte Pesel galt deshalb als kalte Pracht. Geöffnet wurde er zu Hochzeiten, Tauffeiern und Besuchen, außerdem zur Aufbahrung und Totenwache.
In Dithmarschen sitzt der Pesel als Saal am hinteren Ende des Bauernhauses, dem Eingang gegenüber, meist ohne Ofen und mit einer Tür zum Garten; dort ließ er sich als Sommerstube nutzen. Erhaltene Beispiele lassen sich mehrfach besichtigen, darunter der Königspesel auf Hooge und der Pesel im Ostenfelder Bauernhaus in Husum. Weitere stehen im Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf, im Altonaer Museum, auf dem Museumsberg Flensburg und im Freilichtmuseum bei Kiel.
Zu den Angaben
Die alte Nordfriesland-Datenbank hatte für diese Seite keinen Text, die Angaben folgen dem Wikipedia-Artikel. Ob der Pesel ursprünglich ein heizbarer Raum war, ist in der Forschung umstritten. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.