Beltringharder Koog
Der Beltringharder Koog ist ein Koog zwischen Nordstrand und dem Sönke-Nissen-Koog im Kreis Nordfriesland, bedeicht im Jahr 1987. Er ist rund 3.350 Hektar groß.
Der Beltringharder Koog ist der jüngste große Koog Nordfrieslands und einer der umstrittensten Deichbauten in Deutschland. Mit ihm schloss sich 1987 die Nordstrander Bucht, und die frühere Insel Nordstrand wurde endgültig zur Halbinsel. Neue Höfe gibt es hier nicht: Seit 1991 steht die gesamte Fläche unter Naturschutz.
Ein Name aus dem untergegangenen Strand
Die Beltringharde war ein Bezirk der alten Insel Strand, die in der Burchardiflut 1634 zerbrach. Sie lag weiter nordwestlich als der heutige Koog, doch ihr Name wurde für die neue Vordeichung wieder aufgegriffen. Aus den Resten von Alt-Nordstrand sind heute Pellworm, Nordstrand und die Hallig Nordstrandischmoor geblieben.
Küstenschutz gegen Naturschutz
Nach der Sturmflut von 1962 nahm das Land die Vordeichung der Nordstrander Bucht in den Generalplan Küstenschutz auf. Die ersten Pläne von 1963 waren gewaltig: ein Deich vom Elisabeth-Sophien-Koog bis zum Hauke-Haien-Koog und ein Damm hinüber nach Pellworm. Naturschützer hielten dagegen, das Wattenmeer der Bucht sei einzigartig. Zwanzig Jahre lang wurde umgeplant.
1982 fiel die Entscheidung für die sogenannte kleine Lösung, einen Deich von der Nordspitze Nordstrands bis zum Sönke-Nissen-Koog. Im selben Jahr begannen die Arbeiten. Im April 1983 stoppte ein Gericht den Bau auf Antrag der Gegner, Anfang Mai durfte weitergebaut werden. Acht Klagen wurden bis zum Sommer 1985 abgewiesen.
Gebaut wurde in Abschnitten, damit die Strömung in den letzten Lücken die fertigen Deichstücke nicht auswusch. Allein 350.000 Tonnen Steine kamen aus Norwegen. Zwischen April und Juni 1987 wurden die beiden letzten Lücken geschlossen.
Ein Naturschutzgebiet hinter dem Deich
Ursprünglich sollten Teile des Kooges Ackerland werden, geplant war sogar ein Jachthafen. Beides kam nicht. Als Ausgleich für den Eingriff ins Wattenmeer wurde der Koog 1991 vollständig unter Naturschutz gestellt. Über zwei Siele, das Holmer Siel und das Lüttmoorsiel, strömt bei Flut Salzwasser in eine große Lagune, sodass ein Stück Watt hinter dem Deich weiterlebt.
Daneben gibt es Süßwasserflächen wie das Speicherbecken, in dem sich das Wasser aus dem Gebiet der Arlau sammelt. Heute brüten hier Vogelarten, die an der Küste selten geworden sind, etwa Stelzenläufer und Ohrentaucher. Auf dem Deich verläuft der Nordseeküsten-Radweg.
Verwandte Einträge
- Wattenmeer
- Nordstrand
Zu den Angaben
Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia) und die Fläche (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Walter Saggau und Robert Stadelmann: Ein Deich wird gebaut. Vordeichung Nordstrander Bucht, Husum 1988.
- Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5