Cecilienkoog
Der Cecilienkoog ist ein Koog in der Gemeinde Reußenköge im Kreis Nordfriesland, bedeicht 1903 bis 1905. Er ist rund 448 Hektar groß.
Der Cecilienkoog ist ein Koog der Kaiserzeit. Er wurde von 1903 bis 1905 eingedeicht und nach Cecilie von Mecklenburg-Schwerin benannt, der Kronprinzessin des Deutschen Reiches. Heute ist er ein dünn besiedelter Ortsteil der Gemeinde Reußenköge und liegt an deren Südende, westlich vor dem Desmerciereskoog.
Ein Damm lässt Land wachsen
In der Bredstedter Bucht war nach den Reußenkögen des späten 18. Jahrhunderts lange kein Land mehr gewonnen worden. Das änderte der Damm zur Hamburger Hallig, gebaut 1859 bis 1875. Er beruhigte die Strömung, und zwischen dem Reußenkoog und der Hattstedtermarsch lagerte sich neuer Schlick ab. Wo früher Halligen lagen, weidete bald Vieh auf dem Vorland.
Bau und Sturmflut
Im Oktober 1903 begannen die Arbeiten, am 12. Juli 1905 war der neue Deich fertig, rund 4,5 Kilometer lang. Bis zu 400 Arbeiter waren beschäftigt, die Firma kam aus der Gegend von Wilsnack in Brandenburg.
Eine Sturmflut am 6. April 1904 warf den Bau zurück. Tote gab es nicht, doch die Firma musste die Schäden laut Vertrag selbst tragen und machte mit dem Koog Verlust.
Staat und private Eigentümer
Bezahlt wurde die Bedeichung etwa zur Hälfte vom Staat und von privaten Interessenten. Entsprechend teilte sich das Land. Der private Teil ging auf einen gemeinsamen Kauf von 1866 zurück, bei dem Bauern aus der Gegend Vorland aus dem Nachlass des Hamburger Reeders Berend Roosen erworben hatten. Den staatlichen Teil versteigerte man in Parzellen von zwei bis acht Hektar.
Viele der ersten Eigentümer verkauften schon im ersten Jahrzehnt weiter, weil Wege und Anbindung fehlten. Käufer waren vor allem Bauern aus Dithmarschen. Sie kannten aus ihren eigenen Kögen, wie ertragreich das Land wird, wenn der Boden erst einmal gereift ist.
Heute betreiben fünf Höfe im Koog Landwirtschaft im Haupterwerb, meist Ackerbau mit Schweinehaltung. Dazu kommen fünf Windkraftanlagen, ein Solarfeld und eine Biogasanlage.
Verwandte Einträge
- Vorland
- Hattstedtermarsch
- Reußenkoog
- Hamburger Hallig
Zu den Angaben
Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia) und die Fläche (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Sielverband Cecilienkoog (Hrsg.): Der Cecilienkoog 1905-1980, Bredstedt/Bräist 1980.
- Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5