Deljekoog

Der Deljekoog ist ein Koog in der Gemeinde Drage im Kreis Nordfriesland, bedeicht im Jahr 1516.

In der dänischen Landesbeschreibung von 1781 heißt der Koog Deljerkog oder kurz Delje. Er gehörte zu den Marschländereien von Drage und lag hinter den Deichen des benachbarten Redekerkooges, war also durch dessen Seedeich mitgeschützt. Alle Marschflächen des Dorfes liegen an der Eider, der Koog selbst in der südlichen Außenzone, die eine Flussschleife umfasst.

Deich und Schleuse

Die Beschreibung von 1781 verzeichnet für den Koog eine einzige Schleuse. Über sie lief das Binnenwasser in die Eider ab. Die Größe des Kooges gibt die Quelle in Demat an, einem alten Flächenmaß von knapp einem halben Hektar, und die Deichlänge in Ruthen und Fuß. Ob diese Deichlänge dem Zustand bei der Bedeichung oder dem des 18. Jahrhunderts entspricht, sagt sie nicht.

Als 1756 eine schwere Flut die Gegend traf, richtete sie vor allem am Eiderdeich des Redekerkooges Schaden an. Dort fanden sich Löcher von 28 Fuß Tiefe, und die Bohmlandschleuse wurde halb zerstört. Für den Deljekoog selbst nennt die Quelle keine Verluste.

Vom Deichverband zur Badestelle

Der Deljekoog hatte lange einen eigenen Deichverband. Im Zuge der Neugliederung der Wasser- und Bodenverbände ging er im Eiderverband auf, die Übernahmeverhandlung liegt im Landesarchiv. Am Eiderufer im Koog betreibt die Gemeinde heute eine Badestelle mit Liegewiese und Badesteg.

Zu den Angaben

Belegt ist das Bedeichungsjahr (Den Danske Atlas, Band 7, 1781). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Der Punkt auf der Karte markiert den Mittelpunkt der Gemeinde Drage, nicht den Koog selbst.

Quellen

  1. Hans de Hofman: Den Danske Atlas, Tomus VII, Kopenhagen 1781, S. 691 (Digitalisat)
  2. Amt Nordsee-Treene: Gemeinde Drage
  3. Landesarchiv Schleswig-Holstein, Abt. 746 Nr. 207: Deljekoog-Deichverband, Übernahmeverhandlung

Weiterführende Literatur

  • Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5