Eider
Die Eider ist mit 188 Kilometern der längste Fluss Schleswig-Holsteins. Sie mündet bei Tönning in einem breiten Trichter in die Nordsee und bildet die Südgrenze Nordfrieslands.
Eine der Quellen liegt bei Schillsdorf im Kreis Plön, also weit im Osten des Landes. Am Schulensee südlich von Kiel kommt der Fluss der Ostsee bis auf drei Kilometer nahe, danach durchfließt er den Westensee. Bis Rendsburg nimmt der Nord-Ostsee-Kanal den alten Lauf auf, eine Schleuse führt von dort in den Gieselau-Kanal. Westlich davon zieht die Eider in vielen Windungen durch das Urstromtal der Eiderniederung.
Bei Nordfeld in Stapelholm liegt die alte Eiderschleuse, bei Tönning das Eidersperrwerk von 1973. Vor der Küste setzt sich der Strom im Purrenstrom und in den Tiefen Alte Norder-, Mittel- und Südereider fort. Wichtigste Zuflüsse sind die Sorge und die Treene.
Grenzfluss und Wasserweg
Als Grenze zwischen den Herzogtümern Schleswig und Holstein trug die Eider politische Bedeutung, bis 1806 verlief hier zugleich die Nordgrenze des Deutschen Reiches. Seit 1623 fuhr eine regelmäßige Schiffsverbindung zwischen Friedrichstadt und Tönning. 1784 entstand mit dem Schleswig-Holsteinischen Kanal eine für Seeschiffe befahrbare Verbindung zur Ostsee, der Vorläufer des heutigen Nord-Ostsee-Kanals. Für die Marsch am Unterlauf war der Fluss weniger Verkehrsweg als Gefahr, weil Sturmfluten das Wasser weit landeinwärts drückten.
Das Sperrwerk an der Mündung beendete diese Lage. Es hält die Flut zurück und lässt das Binnenwasser bei Ebbe ab, wodurch die Deiche am Unterlauf entlastet wurden. Wie stark dieser Eingriff wirkte, zeigt der Vergleich mit den Kögen entlang der Eiderniederung, etwa dem Schlickkoog und dem Oldenkoog.
Verwandte Einträge
Zu den Angaben
Länge und Verlauf stehen so in der Landeskunde Schleswig-Holstein, auf die sich auch die frühere Nordfriesland-Datenbank berief. Für diese Seite gibt es keinen einzelnen Kartenpunkt, weil sie ein größeres Gebiet beschreibt.
Quellen
Weiterführende Literatur
- SHL, S. 118.