Wiedingharder Alter Koog
Friesisch: Wiringhiirder Uuile Kuuch
Der Wiedingharder Alte Koog ist ein Koog in der Wiedingharde im Kreis Nordfriesland.
Der Koog umfasst die frühere Marschinsel der Horsbüllharde mit den Kirchspielen Rodenäs, Klanxbüll, Emmelsbüll und weiteren. Im Grunde war diese Insel eine große Hallig, die nur wenige Meter aus dem Wattenmeer ragte. Sie war der Rest einer abgesunkenen Landfläche, die einst ohne Unterbrechung von der Geest bis zu den heutigen Außensänden reichte. An ihrer Südostecke entstand später der Emmelsbüller Kleine Koog.
Land in Bedrängnis
Im Mittelalter sackte das Land ab, weil großflächig Salztorf abgebaut wurde. Salztorf ist vom Meerwasser durchtränkter Torf, aus dem man Salz gewann. Hinzu kam ein spürbar steigender Meeresspiegel. Große Teile des Gebiets wurden dadurch auf Dauer überflutet.
Der Goldene Ring
Die Bewohner südlich der Wiedau mussten einen Weg finden, ihre Harde zu retten, einen alten Verwaltungsbezirk. Von der Lage an der Wiedau leitet sich der spätere Name Wiedingharde ab. Rund um die Hallig lagen Sommerdeiche von ein bis anderthalb Metern Höhe, der Goldene Ring. Im 15. Jahrhundert genügte es offenbar, diese niedrigen Deiche zu erhöhen, um die nächsten hundert Jahre zu überstehen. Erst die Bedeichung des Gotteskooges schuf dann die Verbindung zum Hinterland.
Verwandte Einträge
- Wattenmeer
- Harde
- Gotteskoog
- Halligen
Zu den Angaben
Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Der Punkt auf der Karte stammt aus dem Deichverzeichnis des Landes und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5