Westre

Dänisch: Væstre

Westre ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf der Lecker Geest nahe der deutsch-dänischen Grenze, rund 13 Kilometer nordöstlich von Niebüll. Auf 19,14 Quadratkilometern leben 353 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Ortsname wird als westliche Rodung gedeutet. Urkundlich erscheint er im 14. Jahrhundert, später in den Formen Westredt und Westre. Die nördliche Grenze der Gemarkung bildet der Bach Alte Au, der zugleich die Staatsgrenze markiert. Siedlungsgeografisch besteht die Gemeinde aus vielen kleinen Wohnplätzen, darunter die Streusiedlung Westrefeld mit mehreren einzeln benannten Höfen.

Moor und Binnendünen

Geologisch liegt das Gemeindegebiet in einem Sandergebiet aus dem Ende des Saale-Komplexes; die Karten weisen äolische Ablagerungen von Fein- bis Mittelsand aus. Hier befindet sich das Naturschutzgebiet Schwarzberger Moor, ein atlantisches Hochmoor mit Niedermoor- und Heideflächen. Es ist stark abgetorft und weist einen Komplex von Binnendünen auf. Unter Schutz steht es seit 1966, neu eingerichtet wurde es 1994.

Die Landwirtschaft prägt die Flächen, dazu kommen vier Biogasanlagen. Ein Bürgerwindpark gehört mehr als 200 Kommanditisten aus Westre, Ellhöft und dem dänischen Lydersholm. Im März 2009 gingen dort drei Windenergieanlagen mit je sechs Megawatt in Betrieb, die eigentlich für den Einsatz auf See entwickelt worden waren und hier getestet und zertifiziert wurden. Ihre 61,5 Meter langen Rotorblätter kamen per Schwertransport aus Dänemark, die Maschinenhäuser über den Hafen Dagebüll. Am 13. August 1984 stießen über der Gemeinde eine Cessna und ein Aufklärungsflugzeug der Bundeswehr zusammen; der Pilot der Cessna kam ums Leben, und ein hölzernes Kreuz am Waldrand erinnert daran.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Die frühere Nordfriesland-Datenbank ordnet Westre dem Amt Karrharde zu; seit den Gemeindereformen gehört die Gemeinde zum Amt Südtondern. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Westre (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Westre
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Laur 1992.