Carl Haeberlin

Carl Haeberlin, geboren 1870 in Ranchi, gestorben 1954 in Wyk/Föhr, war Arzt und Heimatforscher.

Der Vater war evangelischer Missionar, deshalb kam Haeberlin in Indien zur Welt. 1873 kehrte die Familie nach Deutschland zurück und ließ sich in Schwaben nieder, wo er Gymnasien in Ludwigsburg, Stuttgart und Heilbronn besuchte. Medizin studierte er in Göttingen, München und Tübingen und legte dort 1895 das Staatsexamen ab. Auf Anregung seines Freundes Gmelin ging er 1902 nach Wyk und eröffnete eine Arztpraxis.

Das Seeklima als Heilmittel

Neben der Praxis arbeitete Haeberlin als Badearzt. An die Spitze des Vereins für Kinderheilstätten an der Deutschen Seeküste trat er ebenfalls; ab 1921 hieß dieser Hamburger Kinderheim. Früh befasste er sich mit der Frage, was das Klima an der Küste im Körper bewirkt.

Gemeinsam mit Gmelin betrieb Haeberlin den Aufbau einer bioklimatischen Forschungsanstalt auf Föhr, die 1928 eingeweiht wurde. Aus dieser Arbeit gingen ein Klima-Atlas für die Meeresheilkunde und mehrere Lehrbücher hervor. Das 1954 mit Walter Goeters verfasste Werk Grundlagen der Meeresheilkunde wurde zum Standardwerk.

Museum und Volkskunde

Ebenso gründlich wandte sich Haeberlin der Geschichte seiner Wahlheimat zu. Schon 1902 gründete er den Naturwissenschaftlich-kulturhistorischen Verein Föhr mit und führte ihn; aus diesem ging später der Museumsverein hervor. 1906 erschien eine Chronik zum 200-jährigen Bestehen des Fleckens Wyk, 1919 eine Chronik des Seebades. Ausführlich beschrieb er die Volkstrachten der nordfriesischen Inseln vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.

Das Heimatmuseum in Wyk, heute Friesenmuseum, ging ebenfalls auf ihn zurück: 1906 regte er es an, 1908 wurde es gegründet, und 1927 gab man ihm dessen Namen. 1946 verlieh der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein ihm eine Ehrenprofessur. 1948 gehörte er zu den Mitbegründern des Vereins Nordfriesisches Institut.

Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Der Name erscheint in älteren Veröffentlichungen auch als Häberlin. Zur bioklimatischen Forschungsanstalt gehen die Angaben leicht auseinander: Die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt 1926 als Jahr der Initiative, die Wikipedia eine Beteiligung ab 1925 und die Einweihung 1928. Auch der Vorname seines Mitstreiters Gmelin wird als Karl und als Carl angegeben. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Haeberlin, Carl (Archivfassung 2018)
  2. Wikipedia: Carl Haeberlin (Mediziner)

Weiterführende Literatur

  • Jakob Tholund: Unsere Sonne ist der Wind. Erinnerung an Carl Haeberlin, Husum 1996.