Wyk auf Föhr

Wyk auf Föhr ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, am Ostufer der Insel Föhr, dort wo die Geest an die Marsch stößt. Auf 8,08 Quadratkilometern leben 4.109 Einwohner (Stand Ende 2025).

An der Südostseite der Insel gab es wohl schon im Mittelalter eine Bucht mit natürlichem Hafen, auf die der Name zurückgeht. Um 1600 standen dort nur zwei Fischerhäuser. Nach der Burchardiflut von 1634 wies man Bewohnern der Halligen und der zerstörten Insel Alt-Nordstrand neues Land bei dem Dorf Boldixum zu, weshalb amtlich 1638 als Geburtsjahr der Siedlung gilt. Erstmals urkundlich genannt ist der Platz im 17. Jahrhundert. Zuzug kam auch von Schiffern aus Fahretoft, Dagebüll und Galmsbüll.

Verwaltet wurde der Ort zunächst von der Harde Osterland-Föhr. 1704 erhielt er die Hafengerechtigkeit, zwei Jahre darauf die Rechte eines Fleckens und 1710 das Marktrecht. Angesehene Insulaner errichteten hier Zimmerhütten und Packhäuser für ihren Schiffsbau. Um 1800 brachte der Niedergang des Walfangs eine Krise: Zwischen 1788 und 1820 sank die Einwohnerschaft von 772 auf 582 Personen, und ein Viertel der Gebäude verfiel.

Das erste Seebad des Herzogtums

1819 wurde in Wyk das erste Seebad im Herzogtum Schleswig eingerichtet. Die Straße am Ufer baute man zur Allee um und nannte sie Sandwall, wofür König Friedrich VI. tausend junge Ulmen schenkte. Den Namen Wilhelminen-Seebad erhielt die Einrichtung 1824 nach einer Tochter des Königs. 61 Gäste kamen im ersten Jahr, 200 wurden erst 1840 überschritten. Von 1842 bis 1847 verbrachte König Christian VIII. seine Sommer hier, wozu 1843 der Königsgarten westlich des Binnenhafens angelegt wurde.

Brände, Reederei, Sanatorium

Ein Großfeuer legte 1857 die Hälfte des Ortes in Schutt und machte 118 Familien wohnungslos. Was damals verschont geblieben war, zerstörte ein zweiter Brand im Jahr 1869. Als Folge gründeten die Bewohner 1878 die Freiwillige Feuerwehr. Sieben Jahre später entstand die Wyker Dampfschiffs-Reederei, heute der größte Arbeitgeber der Insel. Karl Gmelin richtete 1898 am damals unbewohnten Südstrand ein Nordsee-Sanatorium ein, um das ein Park und später Baumbestände in der ganzen Stadt wuchsen.

Das Stadtrecht kam 1910, die Eingemeindung von Boldixum 1924. Im November 1938 kam es zu Übergriffen auf jüdische Familien, und die Kinder eines jüdischen Heims mussten die Insel verlassen. Nach 1945 fanden Flüchtlinge und Vertriebene Zuflucht in der Stadt, deren Einwohnerschaft sich dadurch für einige Jahre mehr als verdoppelte. Den Titel Nordseeheilbad trägt Wyk seit 1950, ein Kurmittelhaus entstand 1956.

In Boldixum steht die romanische Kirche Sankt Nicolai aus dem 13. Jahrhundert, auf ihrem Friedhof zahlreiche sprechende Grabsteine. Das Friesenmuseum, benannt nach dem Arzt Carl Haeberlin, zeigt Bräuche und Geschichte der Insel. Seine beiden Eingangsportale sind aus Walkieferknochen gebildet. Bei Olhörn steht ein Leuchtturm. Der Hafen ist der einzige der Insel und bündelt Fähren zum Festland und nach Amrum, Frachtverkehr, Krabbenfischerei und Sportboote.

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Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Wyk auf Föhr (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Wyk auf Föhr
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Bonsen 1971, S. 30; Laur 1992; Panten 2006; de la Roi-Frey 2002, S. 10 u. 2004; Steensen 1996a; Tholund 1971, S. 55 u. 1985; Zacchi/Pump 1994; www.wyk.de.