Harro Paul Kasimir Harring

Harro Paul Kasimir Harring, geboren 1798 in Ibenshof, gestorben 1870 in St. Hélier/Kanalinsel Jersey, war Schriftsteller, Maler und Freiheitskämpfer.

Im 19. Jahrhundert war er weithin bekannt, genannt als Odysseus der Freiheit. Für dieselbe Sache trat er in Deutschland auf, in Griechenland, Polen und Italien, dazu in Amerika: für eine Brüderschaft freier, demokratischer Völker, die über sich selbst bestimmen. Mit manchen Forderungen war er früh dran, etwa der Gleichberechtigung der Frau, der Befreiung der Sklaven und einem vereinigten Europa.

Gedruckt liegen weit mehr als 100 Bände vor, qualitativ sehr ungleich: Gedichte und Romane, Theaterstücke, Erlebnisberichte und politische Schriften. Von Regierungen, Polizisten und Spitzeln wurde er sein Leben lang bedrängt oder fühlte sich bedrängt. Im Revolutionsjahr kehrte er aus New York nach Nordfriesland zurück und warb am 23. Juli 1848 auf dem Marktplatz von Bredstedt dafür, einen nordfriesischen Freistaat zu gründen. Zustimmung fand er dafür nicht.

Seine letzten Jahre waren von bitterer Not und von Wahnvorstellungen überschattet, und auf der Kanalinsel Jersey nahm er sich das Leben. Leben und Werk erforscht seit 1981 die Harro-Harring-Gesellschaft, die dazu eigene Mitteilungen herausgibt. Die Zeitschriften des Nordfriisk Instituut haben sich mehrfach mit ihm befasst, unter anderem 1981 und 1998.

Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der früheren Nordfriesland-Datenbank. Die Archivnotiz nennt als Geburtsort den Ibenshof bei Wobbenbüll; in der Infobox steht nur der Hofname. Einen Wikipedia-Artikel gibt es nicht, die Angaben folgen der Archivfassung und der dort genannten Literatur. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Harring, Harro Paul Kasimir (Archivfassung 2018)

Weiterführende Literatur

  • Thomas Thode: Harro Harring. Eine kommentierte Bibliographie seiner Werke, Eutiner Landesbibliothek 2005.