Bredstedt

Friesisch: Bräist

Bredstedt ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, am Geestrand etwa auf halbem Weg zwischen Husum und Niebüll. Auf 9,75 Quadratkilometern leben 5.722 Einwohner (Stand Ende 2025).

Als Brethaestath, also breite Stätte, erscheint der Ort 1231 im Erdbuch des dänischen Königs Waldemar II. Funde aus der jüngeren Steinzeit, der Eisenzeit und der Wikingerzeit zeigen eine ältere Siedlungstradition. Bis 1477 reichte das Meer an den Ort heran, der einen Hafen besaß und in diesem Jahr zum Flecken erhoben wurde. Durch die Stadt fließt der Bredstedter Bach in den Bredstedter Koog, der um 1520 bedeicht wurde. Heute liegt die Küstenlinie etwa fünf Kilometer entfernt.

Hauptort der Nordergoesharde

Im Spätmittelalter wurde Bredstedt aus dem Kirchspiel Breklum gelöst, um 1510 entstand die spätgotische Nikolaikirche, und 1530 kam das Marktrecht. Als Marktort und Zentrum der Nordergoesharde überflügelte die Siedlung Breklum. Weil die Harde sich weitgehend selbst verwaltete, sprach man im 18. Jahrhundert häufig von der Landschaft Bredstedt. 1785 wurde sie aus dem Amt Flensburg gelöst und zu einem eigenen Amt Bredstedt, das 1867 im Kreis Husum aufging. Von 1867 bis 1975 saß hier ein Amtsgericht.

Stadt seit 1900

Den Bahnhof an der Marschbahn erhielt der Ort 1887, das Stadtrecht am 8. Oktober 1900. Zwei Jahre später entstanden ein friesischer Heimatverein und eine Volksbibliothek, 1903 folgte die Zeitung Friesen-Courier, die bis 1942 erschien. Die Bedeichung des Cecilienkooges und des Sönke-Nissen-Kooges verbreiterte in den 1920er Jahren die wirtschaftliche Grundlage. Eine schwere Krise um das Amt des Bürgermeisters verschaffte der NSDAP früh Rückhalt, schon 1929 gründete sich eine Ortsgruppe, und 1933 stimmte die Hälfte der Wähler für sie. Der Zweite Weltkrieg kostete 340 Bredstedter das Leben, elf Prozent der Bevölkerung.

Überörtlich wirken das Nordfriisk Instituut, ein Fachkrankenhaus, die landwirtschaftlichen Einrichtungen und das Forstamt. Das Institut sitzt in einem Gebäude von 1871, das zuvor die Volksschule beherbergte. Am Markt stehen der neugotische Backsteinbau der Sparkasse von 1893 mit einem Anbau von 1930, eine alte Apotheke und das Wohnhaus eines Tabakfabrikanten. Zu den älteren Bauten zählen das Clementshus von 1720 mit dänischen Seniorenwohnungen sowie Bahnhof und Wasserturm. Seit 2008 ist Bredstedt Verwaltungssitz des Amtes Mittleres Nordfriesland, seit 2001 trägt es den Titel Luftkurort.

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Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Bredstedt (Archivfassung 2018)
  2. Wikipedia: Bredstedt
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Thomas Steensen (Hrsg.): Bredstedt – Stadt in der Mitte Nordfrieslands, Bräist/Bredstedt 2000.