Dünen
Dünen sind Erhebungen aus Sand, den der Wind anweht und wieder ablagert.
Dünen bilden sich, wo genug Sand liegt und nichts ihn festhält. Erklären lässt sich das mit dem Helmholtzschen Gesetz: Wo zwei Medien mit verschiedener Dichte aneinander vorbeiströmen, bildet sich eine wellige Grenzfläche, und die ist bei den üblichen Windstärken günstiger als eine ebene. Unterschieden werden die Großformen, also die eigentlichen Dünen, und die Kleinformen, die Rippeln. Während Dünen erhebliche Höhen erreichen, bleiben Rippeln im Zentimeterbereich. Bevorzugt entstehen Dünen in trockenen Klimazonen, in feuchten nur dort, wo die Vegetation beseitigt wurde.
Küstendünen
An Flachküsten weht der auflandige Wind Sand vom Strand landwärts. Er stammt ursprünglich aus dem Meer, weil dieses den Strand erst aufschüttet. Welche Form entsteht, hängt davon ab, wie sich die Vegetation im Hinterland entwickelt: Die Bandbreite reicht von unregelmäßigen Hügeln bis zur Parabeldüne. In Mitteleuropa sind neben den Küstendünen nur die Binnendünen aus der ausklingenden Eiszeit verbreitet, die durch Überweidung und andere Übernutzung teilweise wieder in Bewegung kamen.
Ähnlich wie bei der Landgewinnung im Watt halten Pflanzen den Sand fest, hier vor allem der Strandhafer. Wo der Sand wandert, begräbt er, was ihm im Weg steht. Das alte Rantum auf Sylt verschwand unter Flugsand, und der Ort musste in den letzten tausend Jahren mindestens dreimal nach Osten verlegt werden.
Gebundene und freie Formen
Gebundene Dünen entstehen an einem Hindernis oder an vorhandener Vegetation, dazu gehören Parabel-, Lee- und Echodünen sowie Sandrampen. Bei freien Dünen spielen Ablagerung und Abtragung weitgehend ungehindert, weshalb sie wandern. Die verbreitetste Form trockener Gebiete ist die Sicheldüne oder Barchan, deren Seitenarme schneller vorrücken als der Hauptkamm, weil der Wind dort weniger Sand umwälzen muss. Querdünen liegen als langgestreckte Rücken quer zur Hauptwindrichtung und finden sich häufig an Sandküsten, Längsdünen verlaufen parallel dazu.
Wandernde Dünen gibt es auch in Europa. Am Nordende Jütlands liegt die etwa 40 Meter hohe Råbjerg Mile, auf der Kurischen Nehrung die Parnidis-Düne mit rund 52 Metern und bei Pillkoppen eine Düne von 61 Metern. Die höchste Wanderdüne des Kontinents ist die Dune du Pilat bei Arcachon in Frankreich mit gegenwärtig rund 110 Metern.
Zu den Angaben
Die Formenkunde der Dünen stammt aus der Geomorphologie und gilt weltweit. An der Nordsee kommt davon nur der Typ der Küstendüne vor. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.