Sylt

Sylt ist eine Insel vor der Küste Nordfrieslands, rund neun bis sechzehn Kilometer vor dem Festland, nördlich von Föhr und Amrum.

Sylt ist die größte der nordfriesischen Inseln und nach Rügen, Usedom und Fehmarn die viertgrößte Insel Deutschlands. Ihre Gestalt ist ungewöhnlich: Am Königshafen bei List verengt sich die Insel auf wenige hundert Meter, zwischen Westerland und der Nössespitze bei Morsum misst sie gut zwölf Kilometer. An der Westseite zieht sich ein knapp vierzig Kilometer langer Sandstrand hin, im Osten liegt das Watt, das zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gehört.

Der Mittelteil der Insel ruht auf einem Geestkern, der von See aus als Rotes Kliff sichtbar wird. Nach Norden und Süden schließen sich zwei Nehrungshaken aus Sand an, die allein von Ablagerungen leben und sich mit jeder Sturmflut verändern. Zur Wattseite geht die Geest in Marschland über, dort liegen auch die eingedeichten Flächen wie der Nössekoog. Als Insel gilt Sylt seit der Zweiten Marcellusflut von 1362, die das Land von der Küste trennte.

Verwaltet wird die Insel von fünf Gemeinden. Die Gemeinde Sylt entstand 2009 aus der Stadt Westerland sowie den Gemeinden Sylt-Ost und Rantum und umfasst seither den Mittelteil samt Keitum, Tinnum und Rantum. Dazu kommen List im Norden, Kampen und Wenningstedt-Braderup an der Westküste und Hörnum im Süden. Stadtrechte führt keine der Gemeinden, obwohl Westerland sie besaß.

Seit 1927 verbindet der Hindenburgdamm die Insel mit dem Festland. Er ist elf Kilometer lang und trägt ausschließlich die Bahn, Autos reisen auf Autozügen oder per Fähre von Dänemark. Vor dem Dammbau liefen die Verbindungen über die Häfen der Insel, zuerst über Keitum, später über Munkmarsch. Der Flughafen bei Tinnum kam in den 1950er Jahren hinzu.

Der Tourismus prägt die Insel seit dem späten 19. Jahrhundert, als Westerland, Wenningstedt und Kampen zu Seebädern wurden. Die Folgen sind heute überall zu sehen: hohe Grundstückspreise, Zweitwohnungen und ein Arbeitsmarkt, der stark von der Saison abhängt. Das Sylterfriesische, auf der Insel Söl'ring genannt, wird nur noch von wenigen hundert Menschen gesprochen und steht auf der Liste der bedrohten Sprachen. Über die Sprache selbst steht mehr im Eintrag zur friesischen Sprache.

Zu den Angaben

Die Kenndaten dieser Seite beschreiben die Insel, nicht die gleichnamige Gemeinde. Fläche, Länge und höchster Punkt stammen aus der Wikipedia, die Einwohnerzahl ist die Summe der fünf Inselgemeinden im Gemeindeverzeichnis des Bundes. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Sylt (Archivfassung 2018)
  2. Wikipedia: Sylt
  3. Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer: Informationen zum Schutzgebiet
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL