Bohmstedter Richtlinien
Bohmstedter Richtlinien sind fünf Leitsätze von 1926, mit denen sich der Nordfriesische Verein zur deutschen Zugehörigkeit der Friesen bekannte.
Zu verstehen sind die Richtlinien nur aus dem deutsch-dänischen Grenzkampf nach der Volksabstimmung von 1920. Damals strebten die Nationalen Friesen die Anerkennung als eigene Minderheit an und arbeiteten dafür mit der dänischen Seite zusammen. Die zuständigen deutschen Stellen hatten daran kein Interesse, im Gegenteil: Sie zielten auf eine Verschiebung der Grenze nach Norden. Auf Anregung deutscher Grenzpolitiker fasste der Nordfriesische Verein für Heimatkunde und Heimatliebe deshalb fünf Leitsätze.
Was beschlossen wurde
Die Sätze erklären die Nordfriesen für deutsch gesinnt und betonen die seit Jahrhunderten bestehende Bindung an Schleswig-Holstein und an die deutsche Kultur. Innerhalb dieser Kultur soll die eigene Art gewahrt bleiben. Für das friesische Sprachgebiet wird gewünscht, dass die Sprache in Schule und Kirche gepflegt wird. Der letzte Satz lehnt es ausdrücklich ab, die Nordfriesen als nationale Minderheit zu betrachten.
Unterschriften und Streit
Anschließend liefen die Richtlinien als groß angelegte Unterschriftensammlung durch das Land, bezahlt vom Oberpräsidium in Kiel. Über 13.000 Nordfriesen unterzeichneten. Eine breitere Äußerung zu friesischen Fragen hat es seither nicht gegeben. Rudolf Muuß, der Vorsitzende des Vereins, sah darin eine Großtat und ein einiges Friesland. Im Friesisch-Schleswigschen Verein hieß es dagegen, hier werde das freie, selbständige Friesentum für großdeutsche und schleswig-holsteinische Politik geopfert.
Der Streit zog sich durch die gesamte friesische Bewegung der Zwischenkriegszeit. Zu den entschiedenen Verfechtern der Richtlinien gehörte Lorenz Conrad Peters.
Zu den Angaben
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Quellen
Weiterführende Literatur
- Thomas Steensen: Die friesische Bewegung in Nordfriesland im 19. und 20. Jahrhundert (1879-1945), 2 Bände, Neumünster 1986.