Lorenz Conrad Peters

Lorenz Conrad Peters, geboren 1885 in Oevenum/Föhr, gestorben 1949 in Århus, war Studienrat, friesischer Schriftsteller und Heimatforscher.

Peters wuchs als drittes von sieben Kindern auf Föhr auf und besuchte bis zur Konfirmation die Dorfschule in Oevenum. Weil er gute Leistungen zeigte, bereitete der Pastor ihn auf eine höhere Schule vor. 1906 bestand er das Abitur an der Oberrealschule in Flensburg, danach studierte er Philologie in Marburg, München, Berlin und ab 1908 in Kiel. Promoviert wurde er über das föhringische Haus, 1912 folgte in Kiel das Staatsexamen für das höhere Lehramt.

Bücher für die Insel und die Region

Den Ersten Weltkrieg begann Peters bei der Inselwehr auf Sylt und kam später als Offizier an die Westfront, wo er 1917 verwundet wurde. 1919 bekam er eine Anstellung am Lyzeum in Husum. Sein bekanntestes friesisches Werk ist eine Komödie im Föhrer Dialekt, die schon mehrfach aufgeführt worden war, als sie 1923 im Druck erschien. 1925 kam ein Lesebuch im Föhrer und Amrumer Friesisch heraus, 1927 ein Liederbuch. Für den Nordfriesischen Verein gab er 1929 das Heimatbuch Nordfriesland heraus, das zum Standardwerk wurde.

Der friesische Feuerkopf

In der Abstimmungszeit 1919 und 1920 vertrat Peters eine strikt deutschnationale Position und saß im Vorstand des Schleswig-Holsteiner-Bundes. Friesische Arbeit und deutsche Volkstumsarbeit waren für ihn dasselbe, entsprechend wirkte er im deutschgesinnten Nordfriesischen Verein und bekämpfte den dänischgesinnten Friesisch-Schleswigschen Verein scharf. Die Anerkennung der Nordfriesen als Minderheit lehnte er ab und trat für die Bohmstedter Richtlinien von 1926 ein. Von 1923 bis 1928 leitete er die Redaktionskommission des Jahrbuchs des Nordfriesischen Vereins.

Zunächst begrüßte er 1933 die neuen Machthaber, weil er auf eine Stärkung der friesischen Volkstumsarbeit hoffte. Als Freimaurer verlor er dennoch seinen Sitz im Stammesbeirat des Vereins, wurde am 30. April 1933 vorübergehend in Schutzhaft genommen und später zwangspensioniert; zuvor hatte man ihm den Geschichtsunterricht in der Oberstufe verboten. Diese Erfahrungen und die Verluste des Krieges führten dazu, dass er nach 1945 die Zukunft Nordfrieslands bei Dänemark sah und sich dem dänisch gesinnten Teil der friesischen Bewegung zuwandte. 1948 gehörte er zu den Mitbegründern des Vereins Nordfriesisches Institut. Am Aufbau des Nissenhauses in Husum wirkte er intensiv mit.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Der Titel der Komödie erscheint in älteren Drucken als Omi Petji ütj Amerika. Den Vornamen schreiben manche Quellen Lorenz Conrad, andere verkürzen ihn zu L. C. Peters. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Peters, Lorenz Conrad (Archivfassung 2018)
  2. Wikipedia: Lorenz Conrad Peters

Weiterführende Literatur

  • Jakob Tholund: Eilunsfresken - Inselfriesen. Lebensbilder aus Nordfriesland, Bräist/Bredstedt 1995, S. 67-78.