Nordfriesischer Verein für Heimatkunde und Heimatliebe

Der Nordfriesische Verein für Heimatkunde und Heimatliebe vertritt jene Richtung der friesischen Bewegung, die sich als deutschgesinnt versteht.

Der Streitpunkt innerhalb der friesischen Bewegung war die Frage nach dem eigenen Volk. Die nationalen Friesen hielten die Friesen für eine Nation und verlangten die Anerkennung als nationale Minderheit. Der Nordfriesische Verein sah seine Mitglieder dagegen als Deutsche und lehnte diese Anerkennung ab, ohne die Pflege der eigenen Sprache aufzugeben.

Festgehalten ist diese Haltung in den Bohmstedter Richtlinien von 1926. Unter der Überschrift Wir Nordfriesen sind deutschgesinnt forderten sie Pflege und Förderung der nordfriesischen Sprache und Kultur in Schule und Kirche und wiesen die Anerkennung als Minderheit zurück; binnen kurzer Zeit unterschrieben mehr als 13.000 Menschen. Verfasst hat den Text der Pastor Rudolf Muuß, der 1927 den Vorsitz des Vereins übernahm. Drei Jahre später wirkte er auf dem Friesenkongress in Husum an der Gründung des ersten Friesenrats für Nord-, Ost- und Westfriesland mit.

Im Nationalsozialismus wurde der Verein gleichgeschaltet. Muuß trat vom Vorsitz zurück, als ihm 1934 das öffentliche Reden außerhalb kirchlicher Räume verboten wurde. Nach dem Krieg baute er den Verein wieder auf. Die Gegenseite hatte sich schon 1923 eigene Formen gegeben: Johannes Oldsen gründete den Friesisch-schleswigschen Verein, der heute Friisk Foriining heißt.

Zu den Angaben

Diese Datenbank führt den Eintrag unter der Form Nordfriesischen Verein, weil der Name aus einem Verweis im laufenden Satz übernommen wurde. Eine Archivfassung und einen Wikipedia-Artikel gibt es nicht; die Angaben stammen aus den Quellen zu Rudolf Muuß und Johannes Oldsen. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.