Christianisierung
Christianisierung bezeichnet die Ausbreitung des Christentums als vorherrschende Religion in einer zuvor nicht christlich geprägten Gegend.
Gemeint ist nicht die Bekehrung eines Einzelnen, sondern ein Vorgang über Generationen, in dem ganze Bevölkerungen mehrheitlich den christlichen Glauben annehmen. Das konnte aus freiem Willen geschehen und ebenso erzwungen werden. Getragen haben ihn in den ersten Jahrhunderten einzelne Missionare, Klöster und Missionsstationen. Später wurde er häufig zur Machtfrage, und unterlegene Gruppen ließen sich zum Zeichen der Unterwerfung taufen.
Viele der ersten Kirchen entstanden auf älteren Kultplätzen, weil sich die Leute dort weiter versammelten. Papst Gregor der Große ließ seinem Abt in England 601 ausdrücklich ausrichten, die Heiligtümer der Heiden zu schonen und sie durch Altäre zu christlichen Stätten zu weihen. Andere Plätze bekamen abschreckende Namen, und manche Hünengräber in Norddeutschland heißen bis heute Teufelsstein oder ähnlich. Bischöfe klagten noch lange, dass ihre Gemeinden heimlich an Bäumen, Felsen und Quellen opferten.
Für den Norden sind zwei Vorgänge wichtig. Unter Karl dem Großen kamen die Sachsen im 8. und 9. Jahrhundert zum Christentum, zum Teil unter Zwang; die Capitulatio de partibus Saxoniae drohte dem den Tod an, der sich der Taufe entzog. In Skandinavien begann die Christianisierung um 820 und war um 1030 beendet; wichtig war dabei der Missionsbischof Ansgar. Dazwischen liegt das heutige Nordfriesland, in das nach der Fundleere der Spätantike erst im frühen Mittelalter wieder Siedler kamen, unter ihnen die Friesen.
Zu den Angaben
Die Seite war nie archiviert, und der Wikipedia-Artikel behandelt den Vorgang allgemein. Eigene Quellen zur Christianisierung Nordfrieslands liegen für diesen Eintrag nicht vor, deshalb bleibt er bei dem, was für den Norden belegt ist. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.