Hattstedtermarsch
Friesisch: Haatstinger Määrsch
Hattstedtermarsch ist ein Koog nordwestlich von Hattstedt im Kreis Nordfriesland, bedeicht in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Die Hattstedtermarsch hieß bis 1803 Hattstedter Alter Koog. Sie ist einer der ältesten Köge im früheren Kreis Husum. Heute trägt eine Gemeinde ihren Namen, doch Koog und Gemeinde decken sich nicht: Teile des Kooges gehören zu Struckum, Almdorf, Bohmstedt und Ahrenshöft, dafür umfasst die Gemeinde auch den Hattstedter Neuen Koog und Teile des Beltringharder Kooges.
Zwischen zwei Geestrücken
Der Koog liegt am Südende der nordfriesischen Marsch. Im Norden und Osten begrenzt ihn die Husum-Bredstedter Geest, im Süden der Geestrücken bei Schobüll mit dem Ort Hattstedt. Mitten hindurch fließt von Ost nach West die Arlau, auf fast ganzer Länge eingedämmt, damit das tiefe Land nicht überflutet. Das Gebiet ist sehr dünn besiedelt.
Aus der Arlaubucht
Wo heute der Koog liegt, reichte früher eine Meeresbucht weit ins Land, die Arlaubucht. Die Menschen siedelten zuerst auf Dünenhügeln und höheren Uferrändern und sicherten ihre Wohnplätze mit Erdarbeiten. Nach der Sturmflut von 1362 lagerte sich in der offenen Bucht mit jeder Tide Schlick ab, bis das Land hoch genug für einen Deich war. Die natürliche Mündung der Arlau versandete dabei, sodass der Fluss ein neues, künstliches Bett brauchte.
Der alte Deich ist heute nur noch an Straßen zu erkennen. Er verlief vom Geestrand bei Wallsbüll nach Südwesten, querte die Arlau, lief über Altendeich nach Westen und dann über Sterdebüll bis an den Geestrand bei Wobbenbüll. Viele Höfe stehen noch auf den Warften aus der Zeit vor der Bedeichung, die größten sind Lundenberg, Herstum und Groß-Ellerbüll.
Wasser von zwei Flüssen
Die Entwässerung war von Anfang an schwierig. Der Norden und die Ostermarsch entwässern bis heute über die Arlau, der Süden über den Jelstrom. Bis 1987 flossen beide direkt in die Nordsee. Seitdem sammelt sich ihr Wasser im Arlau-Speicherbecken im Beltringharder Koog und läuft durch das Holmer Siel ins Meer.
Zuständig für Deiche und Wasserläufe ist der Deich- und Hauptsielverband Arlau. Bewirtschaftet wird der Koog vor allem als Grünland, dazu kommt Mais für Biogas.
Verwandte Einträge
- Warften
Zu den Angaben
Belegt ist das Bedeichungsjahr (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Zum Bedeichungsjahr: Ältere Quellen nennen 1478 als Jahr des Deichschlusses. Der Heimatforscher Albert Panten hält einen früheren Abschluss in den 1460er Jahren für wahrscheinlicher. Der Punkt auf der Karte markiert den Mittelpunkt der Gemeinde Hattstedtermarsch, nicht den Koog selbst.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Arbeitsgemeinschaft Chronik der Hattstedtermarsch (Hrsg.): Chronik der Hattstedtermarsch, Bräist/Bredstedt 1985.
- Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5