Louisen-Reußen-Koog

Der Louisen-Reußen-Koog ist ein Koog in der Gemeinde Reußenköge im Kreis Nordfriesland, bedeicht im Jahr 1799. Er ist rund 409 Hektar groß.

Der Koog heißt heute meist nur Louisenkoog. Benannt ist er nach Louise, der Ehefrau von Graf Heinrich XLIII. Reuß zu Köstritz, der ihn bauen ließ. Er gehört zur Gemeinde Reußenköge und liegt zwischen dem Reußenkoog und dem Sönke-Nissen-Koog.

Ein Erbe aus dem Bredstedter Werk

Die Geschichte beginnt mit Jean Henri Desmercières, der vor Bredstedt schon zwei Köge gewonnen hatte. Er starb 1778 kinderlos, sein Vermögen ging an die Familien seiner Stiefnichten und damit an die Grafen Reuß. Besonders wertvoll war das Vorland vor den eingedeichten Kögen, das Desmercières durch Bauwerke im Watt hatte wachsen lassen. Die Erben konnten deshalb rasch weiterdeichen, erst den Reußenkoog, dann den Louisenkoog.

Der Deich wurde in Abschnitte von etwa 50 Metern geteilt, die einheimische Unternehmer mit je zehn Wagen und 16 Mann bauten. 1797 wurden 23 Abschnitte fertig, 1798 weitere 30, 1799 die letzten 31. Im August 1799 war der Deich geschlossen.

Zu früh bedeicht

Schon eine Woche nach dem Deichschluss wurde das Land versteigert, in Stücken von 18 bis 23 Demat. Die Käufer mussten zehn Jahre lang den Deich unterhalten und zahlten dafür 18 Jahre keine Abgaben. Einen Hof durfte nur bauen, wer mindestens 50 Demat besaß. So entstanden anfangs nur vier Höfe, drei davon ließ ein Ockholmer Bauer für seine Schwiegersöhne und seinen Sohn errichten.

Der Wunsch nach neuem Land und nach mehr Schutz für die älteren Deiche hatte zu einer verfrühten Bedeichung geführt. Der Boden war noch nicht gut genug, dazu kamen Missernten, und viele der ersten Siedler mussten nach wenigen Jahren Konkurs anmelden. Auch die Entwässerung blieb lange schwierig. Heute gibt es im Koog nur noch wenige Höfe, dafür 15 Windkraftanlagen zweier Bürgerwindparks.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia) und die Fläche (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Der Punkt auf der Karte stammt aus dem Verbandsgebiet des Sielverbands im Anlagenverzeichnis des Landes und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Louisen-Reußen-Koog (Archivfassung 2011)
  2. Wikipedia: Louisenkoog
  3. Land Schleswig-Holstein: Anlagen- und Deichverzeichnis (AWGV), Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0

Weiterführende Literatur

  • Andreas Jensen: Eindeichung und Besiedlung des Louisenkoogs. In: ZEW 1989, S. 125-132.
  • Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5