Sönke-Nissen-Koog

Der Sönke-Nissen-Koog ist ein Koog in der Gemeinde Reußenköge im Kreis Nordfriesland, bedeicht 1924 bis 1926. Er ist rund 1.200 Hektar groß, der Deich war bei der Bedeichung etwa 8,4 Kilometer lang.

Der Sönke-Nissen-Koog ist der jüngste bewohnte Koog der Gemeinde Reußenköge. Er bildet ihr nordwestliches Ende und liegt vor dem Louisenkoog und dem Reußenkoog. Auffällig sind seine Höfe: weiße Häuser mit hellgrünen Dächern, die in der flachen Marsch weithin zu sehen sind.

Geld aus Afrika

Der Damm zur Hamburger Hallig, gebaut ab 1859, ließ vor den Reußenkögen viel Schlick anwachsen. Nördlich des Cecilienkooges blieb eine längliche Bucht von mehr als 1.000 Hektar, die bald reif zum Bedeichen war. Den Plan des Staates stoppte der Erste Weltkrieg. Danach taten sich Bauern aus den Nachbarkögen zu einer Deichbaugenossenschaft zusammen, fanden aber keine Bank, die das Vorhaben finanzieren wollte.

Die Rettung kam 1922 mit Sönke Nissen aus Klockries. Er war als Eisenbahningenieur in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, durch Diamantenfunde reich geworden, trat der Genossenschaft bei und steckte einen Teil seines Vermögens in den Deich. Den ersten Spatenstich im April 1924 erlebte er nicht mehr. Ein Jahr später war der Deich auf ganzer Länge geschlossen, musste 1926 aber noch deutlich erhöht werden. Es war die letzte Bedeichung in Nordfriesland, die Bauern auf eigene Initiative unternahmen.

Höfe mit afrikanischen Namen

Die sieben Höfe aus Nissens Nachlass tragen die Namen von Bahnstationen im früheren Deutsch-Südwestafrika. Die Blechdächer waren eine Sparlösung, denn die Kosten des Deichbaus hatten sich fast verdreifacht. Einer dieser Höfe schrieb Geschichte: Am 7. August 1939 brachte der schwedische Industrielle Birger Dahlerus auf dem Hof Elisabethbay Hermann Göring mit britischen Geschäftsleuten zusammen. Der Versuch, den drohenden Krieg abzuwenden, scheiterte.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia), die Fläche (Wikipedia) und die Deichlänge (Anlagenverzeichnis des Landes, ausgewertet im Bericht der Arbeitsgruppe Niederungen 2050). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Zur Fläche: Angezeigt sind die 1.200 Hektar der Wikipedia. Die frühere Nordfriesland-Datenbank nannte 1.140 Hektar, der Unterschied ist nicht geklärt. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Sönke-Nissen-Koog (Archivfassung 2011)
  2. Wikipedia: Sönke-Nissen-Koog
  3. Land Schleswig-Holstein: Anlagen- und Deichverzeichnis (AWGV), Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Arbeitsgruppe Niederungen 2050: Grundlagen für die Ableitung von Anpassungsstrategien in Niederungsgebieten an den Klimawandel, 2014, Tabelle 2, Seite 47
  5. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Nis Paulsen: Sönke Nissen-Koog 1924-1974, Breklum 1974.
  • Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5