Husum
Friesisch: Hüsem
Husum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, an der Husumer Mühlenau, wo die Geest in die Marsch übergeht. Auf 25,80 Quadratkilometern leben 23.976 Einwohner (Stand Ende 2025).
Husum liegt auf der Südwestecke der schleswigschen Geest, dort wo der höhere Sandboden an die Marsch stößt. Die Mühlenau durchquert das Stadtgebiet von Ost nach West und mündet in die Hever, ein Wattstromtief. Eine Seeschleuse trennt den Fluss von der Nordsee, sodass die Tide nur begrenzt in die Stadt reicht. Nördlich schließen der 1495 eingedeichte Porrenkoog und der Dockkoog von 1848 das Stadtgebiet ab.
Aufstieg nach der Flut
Der Aufstieg des Ortes begann im späten 14. Jahrhundert, nachdem die Sturmflut von 1362 den Handelsort Rungholt vernichtet und Husum einen Zugang zur offenen See verschafft hatte. Im 15. Jahrhundert erlangte der Ort die kirchliche Selbstständigkeit und kurz darauf Marktrechte. Hafen, Vieh- und Getreidehandel trugen das 16. und frühe 17. Jahrhundert. Die Stadtrechte verlieh Herzog Johann Adolf von Gottorf im Jahr 1603. Der Dreißigjährige Krieg mit Einquartierungen in den Jahren 1627 und 1628 setzte der jungen Stadt schwer zu.
Über die Geest führte der westliche Ochsenweg nach Norden, alte Verbindungen liefen nach Flensburg, Schleswig und Kropp. Seit der Gebietsreform von 1970 ist Husum Kreisstadt von Nordfriesland. Eingemeindet wurden 1938 Rödemis im Süden und 2007 das nordwestlich gelegene Schobüll, das auf einem vorrückenden Geestrücken liegt.
Schloss, Tine und Storm
Das Schloss vor Husum ließ Herzog Adolf von Gottorf zwischen 1577 und 1582 an der Stelle eines aufgegebenen Klosters errichten. Der Schlosspark erhielt seine Gestalt als englischer Garten im 19. Jahrhundert. Im Frühjahr blüht dort ein Krokusteppich aus mehreren Millionen Pflanzen, der jedes Jahr Besucher anzieht. Auf dem Marktplatz steht der Asmussen-Woldsen-Brunnen mit der Figur der Tine, geschaffen wie das Storm-Denkmal im Park von dem aus Husum stammenden Bildhauer Adolf Brütt. Den Beinamen graue Stadt am Meer trägt Husum nach einem Gedicht von Theodor Storm, der hier geboren wurde.
Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.