Dockkoog
Der Dockkoog ist ein Koog in der Gemeinde Husum im Kreis Nordfriesland.
Den Anstoß für den Dockkoog gab ein Hafenprojekt. Im frühen 19. Jahrhundert wollte die dänische Regierung an der Westküste einen großen Handels- und Kriegshafen bauen und wählte dafür den alten Hafen von Husum. Neben der Instandsetzung von Hafen und Zufahrt sah der Plan vor, das Vorland vor dem Porrenkoog nördlich der Husumer Au einzudeichen. Vorland ist das Land, das vor einem Deich anwächst. Dort sollte ein Dockbecken entstehen.
Ein Hafen, der nie kam
Als die nördliche Hälfte des Deiches stand, brach die Schleswig-Holsteinische Erhebung gegen die dänische Herrschaft aus, und die Arbeiten gerieten ins Stocken. Mit Geld der provisorischen schleswig-holsteinischen Regierung wurde der Deich, der zum größten Teil über Schlick lief, in groben Zügen vollendet. Nach dem Ende des Konflikts verfolgte Dänemark den Hafenausbau in Husum nicht weiter. So entstand um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Koog ohne Hafen.
Weide und Badestrand
Der fertige Koog diente als Viehweide. Die Deichlasten, also Kosten und Pflichten für den Unterhalt des Deiches, waren so hoch, dass manche Besitzer ihr Land aufgaben. Bei der Sturmflut von 1962 brach der Deich an mehreren Stellen. Beim Wiederaufbau wurde er zurückverlegt, und die Spitze des Kooges lag danach wieder außerhalb des Deiches. Heute befindet sich dort der Husumer Badestrand.
Verwandte Einträge
Zu den Angaben
Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Goslar Carstens: Der Dockkoog bei Husum. In: JbNfV 18 (1931), S. 44-49.
- Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5