Osterohrstedt

Friesisch: Aaster Uurst · Dänisch: Øster Orste

Osterohrstedt ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf dem Höhenrücken der schleswigschen Geest zwischen Husum und Schleswig. Auf 11,29 Quadratkilometern leben 678 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Ortsname ist nicht eindeutig geklärt. Der Bestandteil Ohr könnte auf altnordisch arr für Bote zurückgehen oder auf ardr für Pflug; Oster-Ohrstedt wäre demnach die östliche Pflugstätte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1438 als Osterorstede. Verwaltungsmäßig gehörte das Gebiet zur Südergoesharde, kirchlich bis 1864 zum Kirchspiel Schwesing.

Grabhügel der Jungsteinzeit und der Bronzezeit zeigen, dass hier früh Menschen lebten. Erhalten ist auch ein Stein, der vermutlich als Mahlstein diente. Schriftliche Aufzeichnungen über das Dorf setzen erst im 18. Jahrhundert ein: 1709 und 1710 wurden zehn Höfe und ein Kätner gezählt. Eine Schule bestand seit 1653; 1964 ging sie in der Dörfergemeinschaftsschule Ohrstedt-Ahrenviöl auf, deren Standort im Ort liegt. Eine eigene Kapelle gab es nur von etwa 1900 bis in die 1960er Jahre, danach wurde sie wegen geringer Nutzung abgerissen.

Vom Knotenpunkt zur Durchfahrt

Zwischen 1854 und 1896 war der Ort ein Eisenbahnknoten. Hier trafen die Strecke von Flensburg über Husum nach Tönning und die Verbindung über Klosterkrug nach Rendsburg zusammen. Diese Stellung ist verloren: die Züge von Husum nach Kiel halten im Kreisgebiet nicht mehr, Knotenpunkt ist inzwischen Jübek. Durch die Gemeinde führt die Bundesstraße 201 nach Husum und Schleswig. Zum Gemeindegebiet gehören die Hofsiedlung Backensholz sowie die Fluren Oster-Ohrstedtfeld und Oster-Ohrstedtholz.

Handel und Handwerk sind weitgehend abgewandert. Geblieben sind die Landwirtschaft, die Wohnnutzung und die Erzeugung von Strom aus Wind, Sonne und Biogas. Auf Backensholz arbeitet eine Rohmilchkäserei, die ihre Ware über die Region hinaus verkauft. Das 2001 eingerichtete Dörpshuus dient den Vereinen als Treffpunkt, neben der Schule liegen Sportanlagen und ein Freibad.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Amtlich heißt die Gemeinde Oster-Ohrstedt. Die alte Nordfriesland-Datenbank führte den Eintrag ohne Bindestrich, deshalb steht der Name hier in dieser Form. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Osterohrstedt (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Oster-Ohrstedt
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Chronik der Gemeinde Oster-Ohrstedt. Hrsg. von der Gemeinde Oster-Ohrstetdt 1989.