Jungsteinzeit
Jungsteinzeit ist die Zeit, in der die Menschen an der Nordseeküste sesshaft wurden, Ackerbau betrieben und ihre Toten in Megalithgräbern bestatteten.
Im vierten Jahrtausend vor Christus schlugen Siedler mit geschliffenen Feuersteinbeilen Lichtungen in den Wald der Geest und blieben. Mit Ackerbau und Viehhaltung wurde aus der Naturlandschaft über Generationen eine Kulturlandschaft. Entscheidend für den Beginn der Epoche ist nicht das Werkzeug, sondern der Nachweis angebauter Nutzpflanzen. Neben Feld und Vieh lebten die Menschen weiter von Jagd und Fischfang.
Megalithgräber
Aus dieser Zeit stammen die großen Steingräber, die in Nordfriesland unter Hügeln liegen. Das bekannteste ist der Denghoog bei Wenningstedt auf Sylt, eine Kammer aus mächtigen Steinen mit einem Gang. Ein weiteres Beispiel ist das Megalithgrab Harhoog bei Keitum, das für den Bau des Flughafens versetzt werden musste. Auf der Heide bei Morsum liegt ein großes Hügelgräberfeld.
Was die Funde zeigen
Über die Lebensweise ist wenig gesichert. Die Werkzeuge deuten aber auf mehr Arbeitsteilung hin, als lange angenommen wurde: Es gibt geschickt zugeschlagene und geschliffene Flintbeile, Feuersteinmeißel und Dolche, deren Herstellung Übung verlangte. Rohstoffe wurden gezielt gewonnen und weitergegeben.
Spätestens in der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends vor Christus hatte der steigende Meeresspiegel die heutige Marsch erreicht. Damit schrumpften die Flächen, die sich besiedeln und bewirtschaften ließen. Wie es danach weiterging, steht in den Einträgen zur Bronzezeit und zur Eisenzeit.
Verwandte Einträge
Zu den Angaben
Der Zeitraum gilt regional: In Mittel- und Nordwesteuropa begann die Jungsteinzeit erst zwischen 5800 und 4000 v. Chr., in Vorderasien dagegen um 9500 v. Chr. Die frühere Nordfriesland-Datenbank setzte für die Region 4000 bis 1700 v. Chr. an. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.