Stadum

Friesisch: Ståårem · Dänisch: Stajm

Stadum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf der Lecker Geest südlich der Lecker Au, rund sechs Kilometer südöstlich von Leck. Auf 19,74 Quadratkilometern leben 919 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Ortsname bedeutet wohl einfach Wohnstätte. Urkundlich greifbar wird das Dorf im 15. Jahrhundert. Die ältesten Spuren von Menschen sind sehr kleine Flintklingen aus der Mittelsteinzeit, die Fachleute Mikrolithen nennen. Weitere Flintwerkzeuge gehören in die Jungsteinzeit, zwei Grabhügel im Langenberger Forst in die frühe Bronzezeit und Keramikscherben in die Eisenzeit. Ein 1976 in einer Baugrube gefundenes Rinderskelett aus dem 4. Jahrhundert belegt eine frühe Landwirtschaft.

Bis 1867 unterstanden die Bewohner der Gerichts- und Verwaltungshoheit des Gutes Fresenhagen. Die Leibeigenschaft wurde dort 1796 aufgehoben. Eingemeindet wurde das Gut 1935, die Gemeinde Holzacker kam 1974 hinzu. Die östliche Gemeindegrenze folgt dem Bett der Spölbek, eines Quellflusses der Soholmer Au. Kirchlich gehört der Ort zu Leck, im Dorf steht ein Kirchenhaus mit frei stehendem Glockenstapel.

Kaserne, Schule, Fresenhagen

Landwirtschaft und ein Standort der Bundeswehr prägen das Dorf. Die Truppenunterkünfte liegen in der Südtondern-Kaserne, die bis 2017 den Namen General-Thomsen-Kaserne trug. Gewerbe darf sich hier aus landesplanerischen Gründen kaum ansiedeln, weshalb viele Bewohner auswärts arbeiten. Zum Ort gehören eine Grundschule von 1929, ein Kindergarten und ein solarbeheiztes Freibad.

Der Musiker Rio Reiser bewohnte von den 1970er Jahren an einen Hof in Fresenhagen, wo er 1996 starb und zunächst auch begraben wurde. 2011 wurde sein Grab nach Berlin verlegt.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten urkundlichen Nennung gibt es abweichende Angaben: die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt die Zeit um 1470, die Wikipedia das Jahr 1486 und dazu einen älteren Eintrag von 1359 in einem Kirchenbuch. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Stadum (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Stadum
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Festschrift zur 500 Jahrfeier der Gemeinde Stadum 1486-1986, Stadum 1986.