Leck
Friesisch: Leek · Dänisch: Læk
Leck ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, am Übergang der Lecker Geest in die nordfriesische Marsch. Auf 29,79 Quadratkilometern leben 7.918 Einwohner (Stand Ende 2025).
Der Ortsname bezeichnet wohl ursprünglich das Gewässer, an dem der Ort liegt, also die Lecker Au. Als Herleitung kommen altdänisch lækky für den Mündungsarm eines Flusses oder altnordisch leka für rinnen in Frage. Erstmals urkundlich genannt wird Leck 1231 im Erdbuch König Waldemars II. als Königsgut mittlerer Größe. Der Ort war Hauptkirch-, Verwaltungs- und Marktort der Karrharde. Mit durchschnittlich 82 Frosttagen im Jahr zählt er zu den kältesten Orten Schleswig-Holsteins.
Burg, Hafen und Viehmarkt
Südlich des Ortes stand eine Erdhügelburg, die archäologisch auf das 11. Jahrhundert datiert wird und als Leckhuus urkundlich belegt ist. Sie diente einem königlichen Vogt als Herberge und zur Überwachung des westlichen Ochsenweges, der von Ribe und Tondern über Leck und Husum nach Wedel führte. Ein Hafen an der Au verlor im 15. Jahrhundert durch Versandung seine Bedeutung. Der Handel wuchs dennoch weiter, 1689 kam die Marktgerechtigkeit hinzu. Im 18. Jahrhundert trieben Händler jährlich mehr als 20.000 Ochsen über die dänische Zollgrenze hierher.
Mit der Bahnstrecke von Flensburg nach Niebüll kam 1889 ein weiterer Aufschwung. Leck war deren wichtigster Zwischenbahnhof, bis die Strecke 1981 stillgelegt wurde. Die Gleise liegen weiterhin befahrbar; eine Wiederaufnahme des Verkehrs wurde mehrfach erwogen und verworfen, weil die parallele Buslinie mehr Orte erschließt. Von 1889 bis 1966 war der Ort Sitz eines Amtes, danach amtsfreie Gemeinde mit eigener Verwaltung, seit 2008 gehört er zum Amt Südtondern. Den westlichen Ochsenweg bei Leck hielt der Maler Hans Peter Feddersen 1869 und 1894 im Bild fest.
Fliegerhorst und Bildung
Im Zweiten Weltkrieg entstand nordwestlich des Ortes der Fliegerhorst Leck. Von 1959 bis 1993 lag hier das Aufklärungsgeschwader 52 der Bundeswehr, zuletzt mit Maschinen des Typs Phantom; danach belegten Flugabwehrraketenverbände den Platz, bis der letzte Ende 2012 aufgelöst wurde. Der starke Zuzug junger Familien in der Garnisonszeit stellte die Gemeinde vor große kommunalpolitische Aufgaben. Seit 2017 entwickeln Leck, Tinningstedt und Klixbüll das Gelände gemeinsam als Gewerbe- und Airpark. Militärischer Flugbetrieb findet dort nicht mehr statt.
Die evangelische Kirche Sankt Willehad ist ein romanischer Bau des 12. und 13. Jahrhunderts mit einer Granittaufe aus dem 12. Jahrhundert, einem Altar um 1520 aus der Werkstatt von Claus Berg und einer Kanzel von 1599. Neben der deutschen besteht eine dänische Kirchengemeinde mit eigener Kirche. Am Ort liegen eine Grund- und eine Gemeinschaftsschule sowie eine dänischsprachige Gemeinschaftsschule. Aus der Heimvolkshochschule von 1923 wurde die Nordsee-Akademie, eine Bildungseinrichtung des Deutschen Grenzvereins. Im Leck-Huus, einem Geesthardenhof von 1856, finden Kulturveranstaltungen statt.
Größter Arbeitgeber ist die Buchdruckerei Clausen & Bosse mit rund 600 Beschäftigten. Südlich des Ortes liegt der Langenberger Forst, der der Region als Naherholungsgebiet dient. Östlich des Siedlungskerns erstrecken sich Teilflächen des FFH-Gebiets Wälder an der Lecker Au. Das Prädikat Luftkurort trägt Leck seit 2000.
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Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Schleswig-Holstein Topographie, HN 1.7.2005.