Utersum
Friesisch: Ödersem
Utersum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, im Westen der Insel Föhr rund elf Kilometer von Wyk. Auf 5,26 Quadratkilometern leben 416 Einwohner (Stand Ende 2025).
Utersum liegt auf dem Geeststreifen, der sich am Südrand von Föhr entlangzieht. Der Name wird als Heim eines Mannes namens Odder oder Udder gedeutet, urkundlich erscheint der Ort im 14. Jahrhundert. Die Besiedlung reicht weiter zurück: Ein Kernbeil aus der mittleren Steinzeit ist der älteste Fund, aus der Jungsteinzeit stammen Steinkammergräber, darunter das Großsteingrab Sunberig. Drei erhaltene Hügelgräber der Bronzezeit heißen auf Föhrer Friesisch Triibergem. Urnenbestattungen der Eisenzeit und ein friesisches Gräberfeld des 8. Jahrhunderts schließen die Reihe.
Königliche Enklave
Bis 1864 gehörte Utersum als Teil von Westerland Föhr zu den königlichen Enklaven und damit unmittelbar zum Königreich Dänemark, während Osterland Föhr mit Wyk unter dem Herzogtum Schleswig stand. Erst die Annexion Schleswigs durch Preußen machte den Ort zu einem Teil Schleswig-Holsteins. Bei der Volksabstimmung von 1920 stimmten Utersum, Hedehusum und das benachbarte Goting als einzige Gemeinden ihrer Zone mehrheitlich für Dänemark. Weil sie nicht an der späteren Grenze lagen, blieben sie dennoch bei Deutschland.
Gäste kamen ab dem frühen 20. Jahrhundert, und seit 1974 trägt die Gemeinde den Titel Nordseebad. Das frühere Nachbardorf Hedehusum kam 1970 hinzu. Wirtschaftlich wichtig ist außerdem eine Rehabilitationsklinik der Deutschen Rentenversicherung, die auf Lungen- und Atemwegserkrankungen spezialisiert ist. Südlich des Ortes liegt die nicht eingedeichte Godelniederung, ein FFH-Gebiet, in dem Queller und Sandaster wachsen und unter anderem der Säbelschnäbler brütet. Ehrenbürger der Gemeinde war der Entertainer Hans Rosenthal (1925 bis 1987).
Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.