Andreas Busch
Andreas Busch, geboren 1883 in Nordstrand, gestorben 1972 in Nordstrand war eine Person der nordfriesischen Geschichte.
Nur die Volksschule hat er besucht, neun Jahre auf Nordstrand, anfangs einklassig. Landmesser wollte er werden, dafür fehlte die Schulbildung, und so arbeitete er auf dem Hof. Karten zeichnete er trotzdem weiter, wie schon als Schüler. 1921 traten beim Bau der Lithschleuse nahe seinem Hof Reste der Kirche des Dorfes Lith zutage, das 1634 untergegangen war, und er half bei der Auswertung der Spuren.
Rungholt im Watt
Im selben Jahr begann er, das Wattgebiet um die Hallig Südfall zu erkunden. Die Gezeiten legten dort Kulturspuren frei, die seit 1362 unter Schlick gelegen hatten: Brunnen, Äcker, Wege, Gräben und Reste von Schleusenanlagen. Systematisch kartierte er diese Funde und konnte belegen, dass Rungholt als Handelsort mit Hafen wirklich bestanden hatte. Um die Befunde richtig einordnen zu können, arbeitete sich der Autodidakt in Erdgeschichte, Wetter- und Gewässerkunde und in die historische Kartographie ein.
Ein Widerspruch beschäftigte ihn lange: Die mittelalterlichen Spuren lagen deutlich tiefer als neuzeitliche Anlagen. Zunächst suchte er die Erklärung in der Lehre von der Küstensenkung, übernahm dann aber die Anregung Friedrich Müllers, dass der Meeresspiegel selbst ansteigt. Eigene Messreihen und Gespräche mit Fachleuten führten ihn zu einer Kritik der bisherigen Annahmen, die er niederschrieb, aber nicht veröffentlichte; erst 1977 erschien der Text aus dem Nachlass. Neben Rungholt beschäftigten ihn Land- und Wasserwirtschaft, Heimatkunde und Familienforschung, und die Universität Kiel verlieh ihm 1963 ihre Medaille.
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Zu den Angaben
Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Die Zahl der Veröffentlichungen folgt der früheren Nordfriesland-Datenbank. Die Vermutung, dass Rungholt unweit von Südfall lag, gilt durch seine Funde und durch Forschungsergebnisse von 2023 als gestützt. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Marcus Petersen: Andreas Busch. In: Nordfriesisches Jahrbuch 8 (1972), S. 9-12.