Anton Heimreich (Walther)

Anton Heimreich (Walther), geboren 1626 in Trindermarsch/Alt-Nordstrand, gestorben 1685 in Nordstrandischmoor, war Pastor und Chronist.

Heimreichs Vater war 1611 Pastor in der Trindermarsch auf Alt-Nordstrand geworden. Nach dem Theologiestudium bereiste der Sohn mehrere Länder Europas. Ab 1652 versah er bis zu seinem Tod das Pastorat auf Nordstrandischmoor, einem der Reste, die die Burchardiflut von 1634 von Alt-Nordstrand übrig gelassen hatte. Die Gemeinde lebte damit auf einem Bruchstück der Insel, auf der er geboren war.

Die Nord-Fresische Chronick

1666 erschien sein Hauptwerk erstmals im Druck. Heimreich stützte sich dabei teils auf Geschichtsquellen, die heute verloren sind, und baute auf der 1655 abgeschlossenen Chronik seines Bruders Heinrich auf. Sein Ziel war die Geschichte ganz Nordfrieslands, doch weil vor allem Schriftstücke zu Nordstrand und Eiderstedt verfügbar waren, liegt dort der Schwerpunkt. 1670 gab er zudem das bis dahin ungedruckte Nordstrander Landrecht von 1572 in Übersetzung und mit Erläuterungen heraus.

Als Quelle wirkt die Chronik bis heute, mit allen Folgen. Von ihr stammt die Erzählung, ein Deichgraf aus Risum habe nach der Fertigstellung eines neuen Deiches der Nordsee getrotzt und sie Blanker Hans genannt, kurz bevor derselbe Deich in der Burchardiflut brach. Heimreichs Darstellung führte auch dazu, dass der Generaldeichgraf Johann Claussen Rollwagen in der Geschichtsschreibung häufig mit dem mennonitischen Deichbauunternehmer Jan Clausen Coott verwechselt wurde. Weitere Verfasser solcher Werke stehen beim Eintrag zu den Chronisten.

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Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der früheren Nordfriesland-Datenbank. Einen Wikipedia-Artikel gibt es nicht; die Angaben folgen der früheren Nordfriesland-Datenbank. In der Literatur erscheint der Name auch als Heimreich Walther. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Heimreich (Walther), Anton (Archivfassung 2018)

Weiterführende Literatur

  • Andreas Reinhardt: Die erschreckliche Wasserflut 1634, Husum 1984.