James Krüss
James Krüss, geboren 1926 in Helgoland, gestorben 1997 in Gran Canaria war eine Person der nordfriesischen Geschichte.
Krüss wuchs auf Helgoland auf, wo Halunder seine erste Sprache war. 1941 wurden die Helgoländer Kinder vor den Luftangriffen nach Arnstadt in Thüringen und später nach Sachsen verschickt. Nach der Mittelschule besuchte er ab 1942 Lehrerbildungsanstalten in Lunden und Ratzeburg, ab 1944 eine Hochschule in Braunschweig. Im Januar 1944 beantragte er die Mitgliedschaft in der NSDAP; aufgenommen wurde er zum 20. April 1944. Im Spätsommer meldete er sich freiwillig zur Luftwaffe. In dem halb autobiografischen Roman Der Harmlos zeichnete er sich 1988 als einen, der erst überzeugter Nationalsozialist war und sich nach Kriegsende davon löste.
Eine Insel als Bombenziel
Eine Rückkehr auf die Insel war 1945 nicht möglich, weil sie der britischen Luftwaffe als Übungsziel diente. Krüss zog nach Reinbek bei Hamburg und gab dort eine Zeitschrift für die von Helgoland Evakuierten heraus. Damit setzte er sich auch für die Freigabe der Insel ein. 1948 bestand er das Examen als Volksschullehrer, arbeitete aber nie in dem Beruf.
Kinderbücher und Fernsehen
Ab 1951 schrieb Krüss Hörspiele für Kinder, 1956 kam sein erstes Kinderbuch heraus. Mit dem Deutschen Jugendbuchpreis von 1960 wurde er auf einen Schlag bekannt, zwei Jahre später folgte sein populärstes Buch, das 1979 als Fernsehserie verfilmt wurde. Für den Hessischen Rundfunk moderierte er eigene Kindersendungen, unter anderem James' Tierleben von 1966 bis 1969. Ab 1966 lebte er auf Gran Canaria.
Das friesische Werk
Auf Halunder entstanden im Laufe seines Lebens zahlreiche Gedichte und kürzere Texte. Sie blieben verstreut in Zeitschriften und Büchern oder unveröffentlicht, erst 2026 legte das Nordfriisk Instituut das friesische Werk gesammelt vor. In seinen deutschsprachigen Büchern spielt die Heimatinsel mehrfach eine tragende Rolle, so in der Reihe um die Hummerklippen. Bestattet wurde er 1997 auf See vor Helgoland.
Auf dem Museumshof des Museums Helgoland zeigen zwei nachgebaute Hummerbuden ein kleines Museum zu seinem Werk. Die einzige allgemeinbildende Schule der Insel trägt seinen Namen, ebenso mehrere Schulen auf dem Festland. Den schriftstellerischen Nachlass übergaben seine Erben 2001 der Internationalen Jugendbibliothek in München, die seit 2013 alle zwei Jahre einen nach ihm benannten Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur vergibt.
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Zu den Angaben
Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Zur Zeitschrift für die Helgoländer gehen die Angaben auseinander: Die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt ein Mitteilungsblatt für Hallunner Moats, das er von 1948 bis 1950 redigierte, die Wikipedia die 1948 gegründete und bis 1956 erschienene Zeitschrift Helgoland. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.