Emil Nolde
Emil Nolde war einer der führenden Maler des Expressionismus. Geboren wurde er als Hans Emil Hansen im Dorf Nolde bei Tondern, dessen Namen er später annahm.
Nolde kam als Kind einer Bauernfamilie zur Welt. Sein Vater war Nordfriese aus der Gegend um Niebüll und sprach nordfriesisch, die Mutter südjütisch. Gegen den Widerstand des Vaters besuchte er von 1884 bis 1888 die Kunstgewerbeschule in Flensburg und lernte dort Schnitzen und Zeichnen, ohne einen Abschluss zu erwerben. Nach Jahren in Möbelfabriken und als Lehrer in Sankt Gallen lebte er von Postkarten seiner Schweizer Bergbilder. 1902 nannte er sich nach seinem Heimatdorf.
Utenwarf und Seebüll
1916 zog Nolde in das Bauernhaus Utenwarf an der Wiedau, nahe Tondern. Als sein Geburtsort 1920 an Dänemark fiel, nahm er die dänische Staatsbürgerschaft an und behielt sie bis zu seinem Tod, verstand sich aber weiter als Angehöriger der deutschsprachigen Minderheit. Weil das Land um Utenwarf entwässert und erschlossen wurde, verlor die Gegend für ihn ihren Reiz. 1926 erwarb er eine leerstehende Warft bei Neukirchen und gab ihr den Namen Seebüll.
Bis 1930 entstand dort das Wohnhaus nach eigenen Entwürfen, ein zweigeschossiger Backsteinkubus mit Flachdach, der in der flachen Marsch weithin sichtbar ist. 1937 kam ein Atelierhaus mit Bildersaal hinzu. Die Gartenwege bilden die Buchstaben E und A. Die weite Landschaft unter hohem Himmel und die Blumen des Gartens kehren in vielen Bildern wieder, in ungewöhnlich kräftigen Farben.
In der Zeit des Nationalsozialismus
Nolde unterzeichnete 1934 den Aufruf der Kulturschaffenden und trat im selben Jahr der Nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft Nordschleswig bei, die 1935 in der NSDAP-Nordschleswig aufging. Seine antisemitischen Äußerungen sind in Briefen und in seinen Autobiografien belegt; 1933 denunzierte er den Maler Max Pechstein wegen dessen Namens und verweigerte eine Richtigstellung. Gleichwohl setzte sich in der NS-Führung die Ablehnung des Expressionismus durch. 1937 wurde im Rahmen der Aktion Entartete Kunst eine große Zahl seiner Werke aus Museen beschlagnahmt, viele davon vernichtet. 1941 folgte ein Berufsverbot, und er verließ Berlin.
In den Jahren des Malverbots entstanden die Arbeiten, die er selbst die ungemalten Bilder nannte. Siegfried Lenz machte dieses Motiv zum Stoff seines Romans Deutschstunde. Gezeigt werden die Werke heute von der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde in ihrem Museum vor Ort, das 2007 stark vergrößert wurde.
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Zu den Angaben
Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Zum Sterbetag nennen die Quellen zwei Angaben: die frühere Nordfriesland-Datenbank den 15. April 1956, die Wikipedia den 13. April 1956. Der Geburtsort Nolde liegt seit der Volksabstimmung von 1920 in Dänemark. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.