Warften
Warften ist ein von Menschen aufgeschütteter Hügel in der Marsch, auf dem Häuser vor Hochwasser sicher stehen.
Wer in der Marsch bauen will, muss sich über den Wasserstand erheben. Lange vor dem Deichbau war die Warft deshalb der einzige wirksame Schutz gegen Sturmfluten. Auf einer Warft steht je nach Größe ein einzelnes Gehöft oder ein ganzes Dorf. Meist sind die Hügel rund, manchmal langgestreckt. Verbreitet sind sie in den nordwestdeutschen Marschen, auf den Halligen, in den Niederlanden und im Südwesten Dänemarks.
Wie eine Warft entsteht
Aufgeschüttet wurde über Jahrhunderte immer wieder, weil der Meeresspiegel stieg und der Untergrund sich setzte. Auf den Halligen entstand beim Bau zuerst der Fething, ein Regenwasserspeicher, aus dem das Vieh getränkt wurde. Trinkwasser für die Menschen sammelte der ummauerte Soot. Außerhalb der Warft führte ein niedrig umwalltes Grabensystem, der Schetel, weiteres Regenwasser in den Fething.
Warften heute
Auf den bewohnten Halligen ist die Warft weiter in Gebrauch. Bei Sturmflut läuft das Land voll, und nur die Hügel bleiben trocken. Seit der 1953 begonnenen Halligsanierung hat jedes Wohnhaus im ersten Stock einen Schutzraum, der auf tief gegründeten Betonpfeilern ruht. Größere Warften sind zusätzlich von Ringdeichen umgeben, etwa auf Gröde.
Auch auf dem Festland sind Warften erhalten, oft als bewachsene Hügel mitten im Grünland. In Eiderstedt prägen sie mit ihren Baumgruppen das Bild der Landschaft, und mancher Ortsname verweist noch auf sie. Die Denkmalpflege führt zahlreiche Warften als archäologische Objekte.
Zu den Angaben
Das Wort kommt von werben im Sinne von drehen oder winden, nicht von werfen. Die gleichbedeutende Form Wurt stammt aus dem Niederdeutschen und gehört zu englisch worth. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.