Landesschutzdeich
Landesschutzdeich ist ein Deich der ersten Linie an der offenen Küste, für den das Land Schleswig-Holstein Bau, Verstärkung und Unterhaltung übernimmt.
Nicht jeder Deich hat denselben Rang. Landesschutzdeiche bilden die erste Linie zur offenen See, und für sie steht das Land ein. Dahinter folgen als zweite Linie die Mitteldeiche, frühere Seedeiche, um die sich Wasser- und Bodenverbände oder Gemeinden kümmern. In Schleswig-Holstein schützen 433 Kilometer erster Deichlinie mehr als 90 Prozent der überflutungsgefährdeten Küstenniederungen.
Was im Generalplan steht
Der Generalplan Küstenschutz führt jeden Abschnitt einzeln auf, für Nordfriesland 50 Zeilen. Vermerkt sind Küstenkilometer, Deichlänge, das Jahr der letzten Verstärkung, die Kronenhöhe sowie die geschützte Fläche mit Einwohnern und Sachwerten. Der Abschnitt am Hauke-Haien-Koog steht dort mit 5,68 Kilometern Länge, einer Kronenhöhe von 8,0 Metern über Normalhöhennull, 1.240 Hektar geschützter Fläche und 95 Einwohnern. Solche Zahlen machen die erste Deichlinie zum Bindeglied zwischen Koogseite und Deichbau.
Bemessen wird nicht nach dem höchsten je gemessenen Wasserstand, sondern nach einem berechneten Bemessungswasserstand, der für Husum mit 590 Zentimetern angesetzt ist. Weil der Meeresspiegel steigt, entstehen neue Abschnitte als Klimadeich, mit flacherer Außenböschung und breiterer Krone, auf die sich später eine Erhöhung setzen lässt. Wo ein Landesschutzdeich Vorland vor sich hat, nimmt dieses den Wellen einen Teil ihrer Kraft, bevor sie die Böschung erreichen.
Zu den Angaben
Zu diesem Stichwort gibt es weder eine Archivfassung der alten Seite noch einen Wikipedia-Artikel. Die Angaben stammen aus dem Generalplan Küstenschutz des Landes und aus dem Anlagen- und Deichverzeichnis. Im Deichverzeichnis tragen Landesschutzdeiche pauschal das Baujahr 1905, das ein Platzhalter ist und kein Datum. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.