Vorland

Vorland ist der Streifen Land zwischen Deich und Wasser. Es nimmt die Kraft der Wellen auf, bevor sie den Deich erreichen.

Vorland entsteht aus Schlick, den die Flut mitbringt und in ruhigem Wasser liegen lässt. Lahnungen, also Buschzäune aus Pfählen und Reisig, bremsen die Strömung und beschleunigen diesen Vorgang. Wächst die Fläche hoch genug, siedeln sich Salzwiesenpflanzen an und halten den Boden fest. Erst dann ist sie hoch genug, um eingedeicht zu werden.

Schutz für den Deich

Für den Küstenschutz ist das Vorland der eigentliche Wellenbrecher. Läuft eine Sturmflut über die flache Fläche, verliert sie Energie, bevor sie am Deichfuß ankommt. Ein Deich ohne Vorland muss deshalb höher und schwerer gebaut werden als einer mit. Wo Vorland verloren geht, wächst die Belastung der Landesschutzdeiche unmittelbar.

Nutzung und Naturschutz

Früher diente das Vorland als Weide, meist für Schafe, die mit ihren Tritten die Grasnarbe festigten. Uneingeschränkt nutzbar war es nie, denn bei Hochwasser läuft es voll. Heute sind große Teile geschützt, weil Salzwiesen Lebensraum für seltene Pflanzen und Brutvögel sind. Zwischen Küstenschutz und Naturschutz entstehen daraus Zielkonflikte, etwa bei der Frage, wie stark noch beweidet oder entwässert wird.

Ein Blick auf die Karte zeigt, wie viel Land aus Vorland geworden ist: Fast alle Köge zwischen Husum und der dänischen Grenze wurden aus aufgeschlicktem Vorland gewonnen. Wie das im Einzelnen ablief, steht bei der Landgewinnung und beim Deichbau.

Zu den Angaben

Amtlich heißt dieser Streifen Deichvorland. In Nordfriesland genügt meist die kurze Form Vorland, weil andere Bedeutungen des Wortes, etwa das Alpenvorland, hier nicht vorkommen. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.

Quellen

  1. Wikipedia: Vorland
  2. Land Schleswig-Holstein: Generalplan Küstenschutz 2022