Sände
Sände sind die hohen Sandbänke vor der nordfriesischen Küste, die auch bei Hochwasser trocken bleiben.
Ein Sand ragt über den mittleren Hochwasserstand hinaus und fällt deshalb nicht nur bei Ebbe trocken. Damit steht er zwischen Wattfläche und Insel, ohne eine von beiden zu sein. Geologisch zählt ein solcher Sand nicht zur benachbarten Insel, und verwaltungstechnisch gilt er als Meeresgebiet, gehört also nicht zur Gemeinde, vor der er liegt.
Sand in Bewegung
Die Bänke bleiben nicht an ihrem Platz. Der Kniepsand vor Amrum ist dafür das bekannteste Beispiel: Sein Nordteil war bis Mitte der 1960er Jahre noch durch einen Priel von der Insel getrennt, und langfristig wandert er um die Nordspitze herum. Gleichzeitig ist er einer der breitesten Sandstrände Europas. Der Westerheversand vor Westerhever trägt einen Badestrand, dahinter stehen Salzwiesen und der Leuchtturm Westerheversand.
Wellenbrecher und Vogelrastplatz
Für die Halligen sind die Sände von großem Wert, weil sie die Wellen brechen, bevor diese die Ufer erreichen. Westlich von Norderoog liegt der Norderoogsand, der der Hallig genau diesen Schutz bietet. Zusammen mit der Hallig ist er zugleich Rastgebiet für den Vogelzug, zeitweise halten sich dort über 50.000 Seevögel auf. Von Hooge aus werden geführte Wattwanderungen zum Japsand angeboten.
Zu den Angaben
Die frühere Nordfriesland-Datenbank führte Sände und Außensände als zwei Einträge in ihrer Liste der Landschaftsformen, füllte aber keinen von beiden. Gemeint ist in beiden Fällen dasselbe. Die Angaben dieses Eintrags stammen aus den Beschreibungen der Inseln und Halligen, vor denen die Sände liegen. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.