Amrum

Friesisch: Oomram

Amrum ist eine Insel vor der Küste Nordfrieslands, südlich von Sylt und westlich von Föhr.

Amrum gehört mit Sylt und Föhr zu den Geestkerninseln: unter der Insel liegt eine Moräne aus der Saale-Kaltzeit, die etwa sechs Kilometer lang und zweieinhalb Kilometer breit ist. Nach Norden und Süden haben sich Sandflächen angelagert, im Westen liegt der Kniepsand, eine freie Sandbank von rund zehn Quadratkilometern. Seit dem 13. und 14. Jahrhundert hat Flugsand einen Dünengürtel aufgeworfen, der heute etwa neun Quadratkilometer bedeckt. Im Norden schließt sich mit der Norddorfer Marsch eine kleine Marschfläche an.

Die fünf Orte liegen fast alle an der Ostseite: Norddorf, Nebel, Süddorf, Steenodde und Wittdün. Verwaltet wird die Insel von drei Gemeinden, die zum Amt Föhr-Amrum gehören. Nach Osten trennt das Amrumtief die Insel von Föhr, das bei Ebbe über einen Wattweg von etwa acht Kilometern zu erreichen ist. Im Norden liegt das Vortrapptief, nach Süden das Rütergat in Richtung der Halligen.

Vom Walfang zum Fremdenverkehr

Lange lebten die Amrumer von der Seefahrt, zuerst vom Walfang, später von der Handelsschifffahrt. Die Landwirtschaft reichte kaum über die Selbstversorgung hinaus, weil Dünen und Heide große Teile der Insel einnehmen. Nach dem Wechsel von Dänemark zu Preußen 1864 verließen viele junge Männer die Insel, um der Militärpflicht zu entgehen. Seit 1890 wuchs Amrum zum Nordseebad, zuerst in Wittdün, wo ein einheimischer Kapitän das erste Hotel baute. Heute lebt die Insel fast ausschließlich vom Fremdenverkehr.

Leuchtturm, Mühlen und Grabsteine

Der Leuchtturm von 1875 ist mit 64 Metern der höchste an der deutschen Nordseeküste und kann bestiegen werden. In Nebel steht ein Erdholländer von 1771, der seit 1964 das Heimatmuseum beherbergt. Auf dem Friedhof der Kirche Sankt Clemens stehen rund neunzig sprechende Grabsteine, deren Inschriften und Bilder ganze Lebensläufe von Seefahrern wiedergeben. Vorgeschichtliche Grabhügel belegen, dass die Insel seit der Jungsteinzeit bewohnt ist.

Das Öömrang, die friesische Mundart der Insel, gilt als stark bedroht. Vor dem Zweiten Weltkrieg lernten Zugezogene die Sprache meist noch, danach kehrte sich das Verhältnis um. Mehr dazu steht im Eintrag zur friesischen Sprache. Die Insel liegt im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und ist mit dem Schiff über Wyk auf Föhr und Dagebüll erreichbar.

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Zu den Angaben

Fläche und höchster Punkt stammen aus der Wikipedia. Die Einwohnerzahl ist die Summe der drei Inselgemeinden im Gemeindeverzeichnis des Bundes. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Amrum (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Amrum
  3. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL