Wattenmeer
Wattenmeer ist der flache Küstenstreifen, der bei Ebbe trockenfällt und bei Flut unter Wasser steht.
Zweimal am Tag läuft das Wasser ab und kommt zurück. Damit dabei große Flächen frei werden, müssen zwei Bedingungen zusammenkommen: ein sehr flacher Meeresboden und ein ausreichender Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Nur Flachküsten mit Sand- oder Schlickwatt werden als Wattenmeer bezeichnet. Die Rinnen, durch die das Wasser ein- und ausströmt, heißen Priele, die größten davon Seegatten.
Drei Zonen
Unterhalb des mittleren Niedrigwassers liegt der stets überflutete Bereich, zu dem auch die Priele gehören. Darüber folgt das eigentliche Watt, das bei Hochwasser unter und bei Niedrigwasser über Wasser liegt. Oberhalb des mittleren Hochwassers wird das Land nur bei besonders hohen Fluten überspült; dort entstehen ohne Bewirtschaftung Salzwiesen. Das Sediment stammt aus den Flüssen und wird zusätzlich vom Wind herangetragen.
Was dort lebt
Viele Arten kommen nur im Wattenmeer vor, weil sie an den Wechsel von Wasser und Trockenfallen angepasst sind. Im Boden leben Wattwürmer und zahlreiche Muschelarten, auf höher gelegenen Wattbänken ruhen Robben. Auf Flächen, die nur bei besonders hohen Tiden trockenfallen, siedelt Seegras, auf den nur zeitweise überfluteten Flächen der Queller. Für Zugvögel ist das Gebiet ein Rastplatz von großer Bedeutung.
Schutz und Gefährdung
Der Lebensraum reagiert empfindlich auf Eingriffe. Eindeichungen und Entwässerungen haben ihm Flächen genommen, dazu kommen Nährstoffe aus der Landwirtschaft, Schadstoffe, Verkehr und Tourismus. Schwerer wiegt der steigende Meeresspiegel: An vielen Stellen liefert die Gezeitenströmung nicht mehr genug Sediment, um den höheren Wasserstand auszugleichen, und das Watt beginnt abzusinken. Zugleich dient es dem Land als natürlicher Schutz gegen Sturmfluten, zusammen mit dem Vorland vor den Deichen.
1987 gründeten die Niederlande, Deutschland und Dänemark ein gemeinsames Sekretariat, um den Schutz über die Grenzen hinweg abzustimmen. Auf deutscher Seite bestehen drei Nationalparks, der nordfriesische Teil gehört zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.
Zu den Angaben
Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.